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Neues Gebetbuch für aufgeklärte Christen
Entstehung
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ihn von unserm Zustande, von unsern Nöthen und Bedürfnissen zu unterrichten;( denn der Vater im Himmel weiß alles, was uns vonnöthen ist, noch ehe wir darum bitten; vor seinen Augen sind alle Dinge offenbar Hebr. 4, 13). Wir beten, damit wir ver­nünftigere, bessere, glücklichere Menschen werden; im Gebete werden die wichtigsten und trofireichsten Wahrheiten der Religion unserm Verstande eingepråget, und eben dadurch die heiligsten, die füffesten Empfindungen der Gottseligkeit in unser Herz gesenket; daher ist das Gebet blos Mittel zur Frömmigkeit, nicht aber die Frömmigkeit selbst. Das Vielbeten an sich macht noch nicht fromm, weise und ruhig; noch viel weniger taugt das öftere, maschinenmäßige Herfagen gewisser Gebetsformeln. Sie werden uns so geläufig, daß man sie hinplaudert, ohne daran zu dens ken, was man spricht. Diese Unachtsamkeit, diese Nichttheilnehmung der Seele an den Bes wegungen der Zunge und der Lippen, ist uns fogar unwillkührlich; wir können uns keine stundenlange Aufmerksamkeit auf Gegenstände befehlen, die für uns, wenn sie so oft wieders