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sich Gott gemeiniglich als einen unumschränke ten Monarchen vor, der strenge auf die Leis stung alles dessen hält, was er von seinenUnterthanen fordert, und der erst durch lange, wortreiche Gebete bewegt und gewonnen werden muß, wenn er jemanden eine Wohls that erzeigen soll. Dieß sind abgeschmackte Vorstellungen, welche so gemeinschädlich auf die Ausübung des Christenthums wirken, als fie noch ziemlich allgemein unter dem großen Haus fen herrschend sind.
Gott bedarf unserer Dienste nicht;( Apoftelg. 17, 25) er ist unabhängig von uns, das feligste Wesen; wir können ihm nichts geben, ihm auf keine Weise nüglich werden. Er fordert nichts für sich, nichts für seine eigene Person, wenn ich mich so ausdrücken darf. Er sucht feine Ehre, wie sie die Menschen suchen; die Verbreitung der Wahrheit und Jugend ist seine Ehre; er fordert Gehorsam von uns, weil wir nur durch die Befolgung seiner Ges bote fittlich gut und glücklich werden können. Der Zweck des Gebetes ist daher kein anderer, als unsere eigene sittliche Vervollkommnung; wir beten nicht, um Gott zu schmeicheln, oder


