Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Joh. Heinrich Wilh. Witschel
Entstehung
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Im Ungewitter.

Bei Nacht.

Kein Stern erscheint am schwarz verhängten Himmel,

Erloschen ist des Mondes Silberlicht; Am Walde liegt die schwere Wetterwolke, Und die Natur verbirgt ihr Angesicht.

Wie braußt der Sturm! Wie fährt das Herz zusammen, Wenn über ihm der laute Donner kracht! Wer darf die beilge Stille unterbrechen, Das Eigenthum der mütterlichen Nacht? Welch scharfer Glanz! Wie bebt das Aug zurücke, Wenn Blig auf Blig aus dunkler Wolke bricht! Wer darf die milde Dunkelheit verscheuchen Mit solchem ungewohnten Flammenlicht? Der süsse Friede ist hinweggeschwunden Und Aufruhr herrschet in dem Weltenraum. Wer darf die große Ruhe dir entreiffen, Du måde Welt, und deinen stillen Traum? Wo ist die Macht, die solche That vollbringet, Weß ist der Arm, der diesen Flammenschild Vom Himmel auf die Erde niedersenket,