Freytag.
Morgen
Bater, der du einst im Morgenlande, Wo die Sonne glänzend aufersteht... Einen reinen Weisen uns erweckteft, Deffen Leuchte niemals untergeht Der den Bund der Liebe uns gelehret, Der das groffe Wort der Freyheit sprach, Der dir einen hellen Tempel baute, Und die Feffel der Vernunft zerbrach; Heute starb er- gute Menschen weinten, Und die Sonne sant in Trauerflor: Doch umsonst frohlokt der blinde Haufe; Herrlich tritt Er aus der Nacht hervor. Seine Wahrheit kann nicht untergehen, Nur dem Wahne dråut die Todesuacht Heiter neigt sein Haupt der Lichtgeborne, Ruhig spricht der Held: es ist vollbracht! Unter Gottes Auge keimt der Saame, Den er in der Menschheit Schoos, gelegt, Und die Nachwelt banet Dankaltáre, Wenn die Aussaat goldne Früchte trägt. Bater, der du in dem Lichte wohneft,
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VINCE


