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Dienstag Abend.
Auf, mein Geist, es naht die Geisterstunde, Die der blinde Aberglaube schuf- Immer, immer schlägt die Geisterstunde, Und der Weise hdret ihren Ruf.
Wahrheit geht nicht mit der Sonne unter, Die Vernunft umhüllet keine Nacht, Und der Geist erkennt in Finsternissen, Was ihn schon vor Gottes Augen macht. Vater, diese lehte Abendstunde
Sey der Andacht und dem Geist geweiht, Eh der Leib zu seiner Ruhe sinket, Im Gefühle seiner Sterblichkeit. Bald wird meine Lebenssonne sinken,
Und die Ruhe mahnet an das Grab.
Wohl mir dann, wenn ich mit leichtem Herzen
Niedersinke an dem Wanderstab;
Wenn ich tren mein Tagewerk vollendet, Wenn ich froh zu meinen Vätern geh Und in meiner letzten Abendrothe Deinen Himmel vor mir offen seh; Deine Connen mir entgegen glänzen, Wenn der Tod aus tausend Wogen spricht; Deine Engel freundlich mich umschweben,


