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Mondtag Abend.
In den großen Schattenschleyer hüllet
Feverlich die stille Erde sich). Wieder ist ein Tag hinabgesunken Herr des Lebens, du erforscheft mich. Immerdar, ich gehe oder liege, Bin ich, unsichtbarer Geist, vor dir, Und auf jedem Lebenspfade schwebet, Richter, deine Waage über mir. Stillverschwunden gleiten meine Tage, Wie verwelkte Blätter in dem Bach, Hin, auf ewig bin, im Strom der Zeiten, Und wer weiß, bald folgt der leßte nach. Liebe Seele, unter allen Schäßzen deine Lebenszeit.
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Ist der größte
Ach! du kannst sie nicht zurück erkaufen; Denn ihr Wesen ist Vergånglichkeit. Sieh, mit jedem leisen Tritt verrinnet Unvermerkt sie hinterm Wanderstab, Und kaum hat der Mensch den Lauf begonnen, So erscheint ihm schon das Ziel- das Grab. Blick ich auf Herr über Tod und Leben, Prüfe mich, wie ist mein Herz bestellt?


