Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Joh. Heinrich Wilh. Witschel
Entstehung
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Mondtag.

Morgen.

Fliche Nacht! die Ruhe ist vorüber, Gottes Schöpfung liegt im Glanz vor mir; Und der Tag, mit allen seinen Strahlen, Neubelebte Menschheit, leuchtet dir. Alles regt sich um mich her und webet, In den großen Hallen der Natur, Labend stößt die Morgenluft vom Berge, Und verweht des Schlafes dumpfe Spur. Auf, mein Sinn! die goldne Lebensstunde Winket dir zur neuen Thätigkeit, Rufet dich zur lieben Arbeit wieder, Zum Genuß, den Gotteshand dir beut. Ach! wer bin ich, daß du mein gedenkest, Daß mich täglich deine Huld umgiebt?

Herr, was ist der Mensch, vom Staub geboren, Daß ihn deine Allmacht trágt und liebt? Daß die Arbeit ihn zu Thaten rufet, Daß der Fleiß, der fromme Sohn der Zeit, Unsern Pfad zum Ruhme, und zur Freude, Und zum Grab mit Blumen überstreut? Er belohnt das Herz mit stiller Wonne,