Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Joh. Heinrich Wilh. Witschel
Entstehung
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Groffer Geist, nicht liebend eingeweiht? Kann er mit sich selbst zufrieden leben, Wenn er seines Lebens Werth vergißt? Kann er dich in deiner Schöpfung lieben, Wenn er nicht des Guten Schöpfer ist? Wird die Nachwelt seinen Namen segnen, Wenn er tråg sein Tagewerk versäumt? Wird er ruhig einst hinüber gehen, Wenn er seinen Lebenstag verträumt? Ach! das Leben eilt so schnell von hinnen, Schnell und tauschend, wie ein Mondenblick, Und die Jahre, die entschlafnen Jahre, Bringt kein Wunsch aus ihrer Gruft zurück. Bater, lehre mich es wohl bedenken, Diese Stätte bleibt nicht ewig mein. Hilf, daß ich den Zweck des Lebens finde, Und das Ziel wird mir nicht schrecklich seyn. Freundlich wird es mir vor Augen stehen, Wie die Lilie im Mondenschein;

Vater, deine Engel werden winken,

Und mein Sterben wird ein Lächeln seyn.