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Vorrede zur fünften Auflage.
Wen
Denn schon die wiederholten Auflagen dieses Buchs nicht auf dessen Vollkommenbeit schlleffen laffen; wie ich mich gar gerne bescheide, so beweisen sie doch, daß der religiöse Sinn noch bey vielen Menschen und darunter selbst bev solchen ans getroffen werde, wo man ihn vielleicht nicht vermuthet hätte. Die Religion ist uns angeboren und das Bild derselben ist ſo liebenswürdig, daß es die Menschen auch in einem unvoll fommenen Nachgebilde nicht zurückweisen können.
Himmel und Erde werden vergeben, aber die Worte der ewigen Wahrheit werden nicht vergehen.
Mit diesem beruhigenden Gedanken habe ich dieses Buch von neuem durchgefeben. Ich habe wenig daran verändert, theils weil bey einem Buch, das zur häuslichen Andacht ges braucht wird, dergleichen Abänderungen mehr schädlich als nüßlich sind, indem sie das Gemüth von dem eigentlichen 3weck entfernen and zum Nachdenken über die Kunst anret zen; theils weil sie zum Glück mehr auf die Form, als auf die Sache Bezug gehabt hätten; theils weil in den Augen so mancher achtungswerthen Leser, dergleichen Veränderungen, welche selbst grosse und berühmte Dichter an ihren Werken vornehmen, nicht immer Verbesserungen zu seyn schienen.
Die Meine Zugabe, welche ich mir bey dieser neuen Aufs lage erlaubte, besteht in einem Gesang bey einem sehr schwe ren Gewitter und einer dritten und leßten Epistel an die Christen. Ersterer ist der Nachtlang meiner Empfindung, bep einem furchtbaren mir unvergeslichen nächtlichen Gewitter, das ich hier zwischen meinen Bergen erlebte. Die Epistel


