Druckschrift 
Morgen- und Abendopfer in Gesängen / von Johann Heinrich Wilhelm Witschel
(Dekan und Schul-Inspektor im Distrikte Gräfenberg und Pfarrer zu Igensdorf)
Entstehung
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Er belohnt das Herz mit stiller Wonne, Giebt dem kurzen Daseyn goldnen Werth, Und befránzt uns, wenn der Todesengel Uns für eine beßre Welt begehrt.

Nur das Thier hangt an Genuß und Ruhe, Sorgt nur, daß es lebe; denfet nicht, In dem Traume seines Erdenlebens,

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An Vollendung, Größe, Recht und Pflicht. Aber eine rege, freye Seele

Treibt den Menschen in den Kampf hinein, Er will seiner Hande Arbeit sehen, Will vollenden und vollendet seyn. Darum dank ich dir, du Gott der Liebe, Der zum Leben mir auch Arbeit gab. Nur der Fleiß erhebet uns zu Menschen, Reichet uns den sichern Wanderstab. Laß mich fröhlich wirken, weil die Sonne Noch erleuchtet meine Lebensbahn.

Bald erscheint die stille Abendrothe

Und die Nacht, wo Niemand wirken kann. Vater, unter deinen Augen trete

Ich in meinen Wirkungsfreis hinein. Uch! laß meinen Fleiß nie unvernünftig, Meine Arbeit nie verwerflich seyn.

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