Druckschrift 
Benjamin Schmolcken's Gott geheiligte Morgen- und Abendandachten in gebundener und ungebundener Rede : mit noch andern trostreichen Gebetne mehr, und sehr vielen erbaulichen Liedern versehen ; in zwei Theilen ; sammt der Lebensbeschreibung des sel. Authoris., vermehrt mit Festandachten und Wettergebeten
Entstehung
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Wettergebete.

Gebet, wenn das Wetter Schaden gethan.

allmächtiger, barmberziger Gott und Va­ter unsers lieben Herrn Jesu Christi! Du hast uns, leider! in diesem schädlichen Wetter er­schrecklich heimgesucht und mit Strahl, Hagel und Wassersfluth Deinen Zorn über uns aus­geschüttet, darüber mit uns Laub und Gras, Necker und Weinberge, und andere unserer Feld­güter trauren. Denn das Feld ist verwüstet, die Necker stehen jämmerlich, das Getreide ist zerschlagen, so sehen auch die Weinberge kläg­lich, und die Bäume auf dem Felde sind ver­dorret, das Erdgewächse ist verdorben, und sonst viel Schaden und Jammer geschehen. Nun unser Gott, Du bist gerecht in allem, das Du uns jetzt gethan hast, alle Deine Werke find rechtschaffen, und alle Deine Gerichte sind un­sträflich, denn wir haben übel gethan, damit daß wir von Dir männiglich abgewichen und Dir bisher ungehorsam gewesen sind. Zwar Du hast uns ein Hartes versetzet, und das Brod, den Wein und die Nahrung von unserm Munde hinweg genommen, aber Du hast dennoch in Deinem Zorn um Deines Namens willen uns als Dein Volk nicht gar verstoßen, noch Deine Barm­herzigkeit von uns genommen, sondern uns in dieser Trübsal die Gnade erzeiget, daß wir an Leib und Leben, an unserm Haus und Hof unversehret geblieben sind, und noch etliches Feldes verschonet worden. Daran ist, o Herr! Deine Güte schuld, daß wir nicht gar aus sind, dafür wir Dir auch von Herzen Dank sagen. Wir bitten Dich aber, herzlieber Vater, de­