Druckschrift 
Benjamin Schmolcken's Gott geheiligte Morgen- und Abendandachten in gebundener und ungebundener Rede : mit noch andern trostreichen Gebetne mehr, und sehr vielen erbaulichen Liedern versehen ; in zwei Theilen ; sammt der Lebensbeschreibung des sel. Authoris., vermehrt mit Festandachten und Wettergebeten
Entstehung
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5. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Wenn dich deine Sünden krånken, dein Ver­brechen quält dich sehr; komm zu Gott! Er wird versenken deine Sünden in das Meer. Mitten in der Angst der Höllen kann er dich zufrieden stellen. Seele so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch.

Wettergebete.

6. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Will dich alle Welt verlassen, und weißt weder aus noch ein: Gott wird dennoch dich umfassen, und im Leiden bei dir seyn. Gott ist, der es herzlich meinet, wo die Noth am größten scheinet. Seele, Seele, so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch.

7. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Laß den Himmel, sammt der Erden, immerhin zu Trümmern gehn; laß die Höll entzündet werden; laß den Feind erbittert stehn! Laß den Tod und Teufel blißen. Wer Gott traut, den will er schützen. Seele! so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott. noch.

8. Gott lebet noch! Seele, was verzagst du doch? Mußt du schon geångstet walten, auf der harten Dornenbahn; es ist Gottes Wohlgefallen, dich zu führen Himmel an. Gott will nach dem Jammers leben, Friede, Freud und Wonne geben. Seele! so bedenke doch: Lebt doch unser Herr Gott noch.