Druckschrift 
Benjamin Schmolcken's Gott geheiligte Morgen- und Abendandachten in gebundener und ungebundener Rede : mit noch andern trostreichen Gebetne mehr, und sehr vielen erbaulichen Liedern versehen ; in zwei Theilen ; sammt der Lebensbeschreibung des sel. Authoris., vermehrt mit Festandachten und Wettergebeten
Entstehung
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allgemeines Abendgebet.

Was ich heute diesen Tag, wider Wissen, wi­der Willen,

Deffentlich sowohl als heimlich gegen Dein Gebot gethan!

Siehe mich in Christi Wunden mit Gena: denaugen an,

Decke meine Sünden zu, wo das Gute unter­blieben;

Wo was Böses ich gedacht, bald geredet, bald getrieben,

Wider Dich und meinen Nächsten, als auch selbsten wider mich!

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Straf mich, Herr! nicht nach Verdienste, und vergib genädiglich.

Wende diese Nacht von mir alle Macht der Finsternisse,

Daß ich nicht im Sündenschlaf meine Augen: lieder schließe.

Ich mag schlafen oder wachen, so gib mir Gedanken ein,

Welche Dir und dem Gewissen keinerlei zuwider seyn.

Treib den Satan von mir weg, und was ihm pflegt anzuhangen,

Laß mich mit den Meinigen eine sanfte Ruh erlangen.

Schüß uns, Herr! vor Dieb und Mör­dern, Wassersnoth und Feuersmacht. Steure denen, die nicht schlafen, bis sie böse Ding vollbracht.

Laß das Grauen in der Nacht und des bösen Feindes Schrecken,

Noch was sonsten Unruh macht, mich vom Schlafe nicht erwecken! B. Schmolken's Andachten.

B