Druckschrift 
Benjamin Schmolcken's Gott geheiligte Morgen- und Abendandachten in gebundener und ungebundener Rede : mit noch andern trostreichen Gebetne mehr, und sehr vielen erbaulichen Liedern versehen ; in zwei Theilen ; sammt der Lebensbeschreibung des sel. Authoris., vermehrt mit Festandachten und Wettergebeten
Entstehung
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allgemeines Morgengebet.

Deine Huld verließ mich nicht, obgleich Men­schen mich verlassen.

Da ich von mir selbst nichts wußte, war ich Dir doch wohl bewußt,

Da ich gleichsam todt gelegen, lebtest Du in meiner Brust.

Mächtig hast Du mich beschüßt, daß mich Sünde nicht beflecket;

Daß kein Schrecken, kein Verlust, keine Krank­heit mich erwecket.

Gnädig hast Du mich beschirmet, daß des Satans feine List,

Und der bösen Menschen Tücke ganz zu Schanden worden ist.

Diese Morgenstunde soll aller Deiner Wohl­that denken,

Und ein dankbarliches Herz für so viele Treue schenken,

Die Du mir Zeit meines Lebens, aus der treuen Vaterhand,

Ob ich es gleich nicht verdienet, doch so reichlich zugewandt;

Wie Du mich erschaffen hast, da ich vormals nichts gewesen;

Wie du mich erlöset hast, da ich doch zum Zorn erlesen;

Wie Du ferner mich geheil'get, da ich war verkehrt im Sinn,

Und mich bis auf heut erhalten, da ich's doch nicht würdig bin:

Alles, alles ist von Dir, und aus Deinem Schoos genommen,

Weil ich diesen Morgen nun alles neu ges schenkt bekommen,