zu Kienkheim.
125
184.
Ein ertrunkenes Kind wird lebendig.
In dem Jahre nach Christi Geburt 1498, fiel zu Andoltzheim ein Kind, Namens Blasius, in die Ill und ertrank ganz und gar, so daß man kein Leben mehr an ihm spürte. Also verlobte es seine Mutter, mit Namen Margaretha, zur hochgelobten Königin und Mutter Gottes Maria, die allen denen, welche sie in diesem Gotteshause zu Kientheim anrufen, gnädig ist; sobald sie das Kind hierher verlobte, wurde es mit der Hülfe Mariä wieder lebendig. Gelobt sey die Jungfrau Maria!
185.
Linem Weibe wird in schwerer: Kindesnöthen geholfen.
Zu wissen sey, daß den Freitag nach St. Bartholomäus Tage, da man zählt 1501, Jörg Hug von Onselkheim mit seiner Hausfrau Margaretha und seinem Kinde, Vasius genannt, hierher kam welcher vorgibt und bei seiner Treue an Eidesstatt redet, daß seine Hausfrau, Margaretha genannt, welche es auch bezeugte, in schweren Kindesnöthen zwei Tage und zwei Nächte gelegen habe, so daß man glaubte, Mutter und Kind wären des Todes. Deßwegen rief er, der genannte Jörg, unsere liebe Frau allhier zu Kientheim an, er wollte sie mit einem Opfer, besonders mit ihrem eigenen Gemahlring, besuchen, den er auch herbrachte und mit seinem Gebete aufopferte. Auf die Stunde gebar die


