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Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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zu Kientheim.

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mir das nicht glauben was ich sage, und sprach zu ihrem Vater: Ihr werdet es an Eurem Gesinde erfahren, daß ich wahr spreche." Darauf habe es sich begeben, daß als derselbe Junker Stefan an einem andern Orte, auch ein Haus und darin in einer Kapelle, unserer lieben Frauen Bild hatte, welche diese Tochter niemals gesehen, derselbe unserer lieben Frauen Bild auch erschienen sey, und ihr gesagt habe, sie solle von dem was sie ihr vorher auferlegt hatte, nicht abstehen, sondern es ferner anzeigen; und sie fagte es ihrem Vater abermals. Da fragten sie die Tochter, wie das Bild beschaffen wäre, da zeigte sie ihnen ganz eigentlich wie es gestaltet sey, an, wiewohl sie dasselbe zuvor nie gesehen. Sie fürchteten also alle noch mehr, sie möchte einen bösen Geist bei sich haben. Auf dieses beschwur sie der obgenannte Magister Petrus Michel, und überzeugte sich vom Gegentheil, und sie gab ihm, in lateinischer Sprache, eine solche tugendsame und ehrbare Antwort, daß er keinen bösen, sondern einen guten Geist bei ihr erkennen konnte. Damals sagte sie, unsere liebe Frau allhier zu Kientheim wäre bei ihr, sie sollte zu ihr nach Kientzheim kommen, und sich allda mit dem heiligen Sakramente versehen lassen und anzeigen, daß man daselbst den Rosenkranz vor Jahren ange= fangen habe, den man schier unterließ, und man follte denselben wieder anfangen; denn, wo dieses nicht geschehe, so werde der Zorn Gottes über das Volk gehen. Hierauf war der obgenannte Junker Stefan und Frau Loys, seine eheliche Gemahlin, heute Freitag nach Franzisci Zag, im Jahre 1480, mit der obgenannten Klosterfrau ihrer Tochter Eliz sabeth allhier gewesen, opferten alle ihre Kleinodien auf, und empfiengen das heilige Sakrament, 2c.

Darauf verordnete derselbe Junker Stefan von