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Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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Beschreibung der Wunder

128.

Kaiser Friedrich und Herzog Karl aus Burgund beschenken die Mutter Gottes zu Kientheim.

Im Jahr 1473 kam Kaiser Friedrich auf Mariä Geburt aus Andacht zu unserer lieben Frau nach Kientheim. Er brachte der Mutter Gottes sein Opfer und ließ seinen kaiserlichen Hut in der Kapelle. Er nahm im Hofe der Herren von Lützel seine Einkehr, und es waren bei ihm Herzog Maximilian, sein Sohn; Adolph, Churfürst von Mainz; der Erzbi­schof von Bisantz; Erasmus, Bischof zu Eichstädt; Herzog Albrecht und Herzog Ludwig aus Baiern; des türkischen Kaisers Bruder und viele andere große Herren und Edelleute.

Um Weihnachten im Jahr 1473 kam auch Herzog Karl aus Burgund nach Kientheim und brachte der Mutter Gottes seine Opfer dar.

129.

Lin todtgebornes Kind wird lebendig.

Heinrich Schmidt von Ehnweiler, Katharina, seine Hausfrau und die Hebamme von Ehnweiler brachten ein Kind und sagten, daß die Mutter in lebensge= fährlichen Geburtsnöthen gelegen, und auf den Rath der Hebamme zu unserer lieben Frau nach Kientzheim sich versprochen; darauf gewahrte die Hebamme so­gleich, daß die Mutter glücklich entbunden würde; was denn auch auf die Stunde geschah. Die Eltern brachten das angelobte Opfer am Mittwoch vor St. Gallen Tag.