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Mirakel-Buch, worin hundert und etliche achtzig Wunder erzählt werden, die in der Wallfahrtskapelle zu Kientzheim im Elsaß ehemals geschehen sind ; nebst einer kurzen Geschichte von Kientzheim und der dortigen Liebfrauen-Wallfahrt / durch P. Bernardin Buchinger, weiland Abt zu Lützel und Maulbronn
Entstehung
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Beschreibung der Wunder

Mirakel vom Jahre 1470.

106.

Lin Mensch wird vom Grimmen erlöset.

Tielmann, Scherer von Noßkirchen, zu Zabern wohnhaft, sagt, er habe dreiundzwanzig Wochen an dem Grimmen gelegen und sich nach Rom, näch Cöln und nach Aachen zu den heiligen drei Königen verheißen, welches ihm aber nicht helfen wollte. Er rief also unsere liebe Frau allhier zu Kientheim an, er wollte sie mit Almosen und einem silbernen Kreuze. besuchen. Auf die Stunde nach der Verheißung ver­gieng ihm das Grimmen und er ward gesund. Dieß geschah auf den St. Mathis Tag, und er schwur deßhalb einen Eid zu den Heiligen.

107.

Lin tödtlich verwundeter Mensch wird geheilt.

Hans Müller von Seckingen sagt, daß er gegen das Herz mit einem Degen durchstochen worden, so daß ihm Jedermann das Leben absprach. Es blu­tete ihm die Wunde hinein und er führte lange ein jämmerliches Leben. Er verhieß sich also zu unsrer lieben Frau nach Kientzheim; sogleich nach der Ver­heißung genas er und wurde gesund. Dieß schwur er zu den Heiligen.