und U. 2. Frauen Wallfahrt daselbst.
Der gedachten Grafen von Egisheim Dienstleute, die edeln Ritter von Consheim oder Kientzheim, haben daselbst auch Besitzungen und Gerechtsame gehabt. Durch Vermählungen wurden sie mit den vornehmsten Häusern verwandt, machten für Kirchen und Klöster bedeutende Stiftungen und Vermächtniffe, namentlich zu Gunsten des Gotteshauses Pairis, wo mehrere derselben begraben liegen. In dem ehemaligen Kreuzgange ließen sie daselbst eine eigene Kapelle erbauen.
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Nach dem Absterben der Grafen von Egisheim ist Kientzheim, nebst andern benachbarten Orten an ihre Verwandten, die Grafen von Pfirdt, übergegangen, und von diesen an die Herzoge von Destreich, die es, nebst der Herrschaft Hohenlandsberg, an die Grafen von Lupfen als Lehen abtraten. Von diesen gieng es an die Freiherren von Schwendi über, und der berühmte Held Lazarus von Schwendi vereinigte auch damit pfandweise die Reichsvogtei Kaisersberg. Bis zum Ausbruche der französischen Staatsumwälzung, im Jahre 1792, die alle Feudalbesitzungen vernichtete, wechselte Kientheim mehrere Male seine Herrschaft, die ihren Sitz im Schlosse hatte, das auf der östlichen Seite des Stadtthors auf die Ringmauer gebaut ist, und nun dem als Gelehrten und Kammerredner berühmten Deputirten, Hrn. von Golbéry, zugehört.
Zu Kientheim hatte, seit dem neunten Jahrhunderte( 877), das königliche Kloster der Benedictinerinnen, Frauen- Münster zu Zürch, einen freien
" In ihrem Wappen führten sie einen rothen Schild: unten waren zwei überzwerch gelegte weiße Balken; auf dem obern Balken saß ein halbweißer Löwe.


