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Dresdner Gesangbuch, auf höchsten Befehl herausgegeben : mit königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
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Communionandachten.

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geliebet und sich selbst für dich ges geben hat.

Groß ist dieses Gelübde, schwer Find diese Verpflichtungen, man­nichfaltig sind die Hindernisse und Schwierigkeiten, die du zu über: winden, unzählig die Gefahren, die du zu besiegen, groß deine eig­nen Schwachheiten, mit denen du zu kämpfen haben wirst. Nicht, daß ichs schon ergriffen hätte, oder schon vollkommen sei; aber jage ihm nach, daß du es ergreifeft. Schaffe, daß du selig werdest, mit Furcht und Zittern, laß es dir ei= nen rechten Ernst sein, der Heili= gung nachzujagen. Wandle vorsich­tig. Wache über dich selbst, über alle deine Werke, über alle deine Worte, über alle deine Gedanken, Empfindungen, Wünsche und Entz fchließungen. Prüfe dich täglich vor Gott über dein Verhalten. Erinnere dich oft an diese feierli= chen Stunden der Andacht und an deine da gefaßten Entschließungen. Laß die Religion deine Lehrerinn, Führerinn, Beschüßerinn und Trö­sterinn sein auf allen Pfaden die ses Lebens. Versäume die öffent: lichen und besondern Andachtsübuns gen nie ohne Noth. Bete ohne Unterlaß. Wandle vor ihm, dem

Umächtigen und Allgegenwärtigen. Insbesondere vergiß nie, was er an deiner Seele gethan hat. Laß dir seine Liebe, seine Liebe bis in den Tod, täglich und stündlich vorz schweben; und diese Liebe Ehristi wird dich bringen, also zu thun. Siehe in Allem, was du denkest, und redest, und thust, und genies Best und duldest, siehe auf ihn, den Unfänger und Vollender unsers Glaubens, damit du in deinem Laufe nicht matt werdest. Halte dich fest an ihn, ohne den wir nichts sind durch den wir alles vermögen; und er wird dich nicht verlassen, noch versäumen. Er wird mächtig sein in deiner Schwachheit und dich in ihm Gerechtigkeit und Stärke finden lassen. Er wird al­le Hindernisse, die du auf dem Wege des Lebens antreffen wirst,

dir glücklich besiegen helfen, dein Herz und deinen Wandel durch seinen Geist immer mehr reinigen, dich durch und durch heiligen, daß du nach Leib und Seele unsträflich bewahret werdest und das Ende des Glaubens, der Seele Selig: keit, davon trägst.

Dank sei dir, Herr Jesu, daß du mir auch diese Hoffnung und diesen Trost gegeben und mich auf alle Weise so hoch begnadiget hast. Im Vertrauen auf dich will ich nun meinen Lauf getrost und stand­haft fortseßen. Auf dich, auf dich will ich mich verlassen: du willst, du wirst, du kannst den nicht ver= lassen, der sich auf dich verläßt. Un dich will ich mich festhalten, und so werde und kann ich nie fal len, nie irre gehn, nie verloren werden. An dir habe ich den mäch­tigsten Beschüßer gegen alle Ges fahren, den zuverlässigsten Helfer in jeder Noth, den treuesten Hos Henpriester, der Mitleiden haben kann mit unsrer Schmachheit, den vollkommensten Seligmacher, bei dem ich Alles finde, was ich für meine Seele bedarf, was mich im Leben und Sterben erhalten, stärs fen und erfreuen, was mich in dies ser und jener Welt selig machen kann; und von dir erwarte ich Hülfe und Beistand, Kraft und Stärke, Leben und volle Gnüge. An dir habe ich einen Anführer und Vorgänger auf dem Wege zum ewigen Leben; dich sehe ich vor angehen, dir will ich nachfolgen, dir, obwohl schwach, doch treu und standhaft nachfolgen. Auf dich will ich aufsehen, deine Fußtapfen bes merken, dein Bild in meinem Hers zen tragen. Dein Beispiel foll mich aufmuntern, trösten, mir Kraft geben, jeden Weg zu gehen, den du mir zeigst. Und in deiner Kraft werde ich einhergehen und stark werden in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Un dir habe ich einen Herrn und Regierer, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden; dir will ich mich überlassen im Leben und