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Dresdner Gesangbuch auf höchsten Befehl herausgegeben : mit Königl. Sächs. allergnädigstem Privilegio
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Gott, dessen Dasein,

20.

Mel. Mir nach, spricht Chriftus c.

Nie bist du, Hochfter, von uns fern, du wirkst an allen Enden. Wo ich nur bin, Herr aller Herrn, bin ich in deinen Händen. Durch dich nur leb' und athme ich; du leis test, du beschüßest mich.

2. Was je mein Herz empfunden hat, was ich verwerf und wähle, der erste Trieb zu jeder That, der stille Wunsch der Seele, der dun­kelste Gedank' in mir, Gott, Ulles liegt enthüllt vor dir.

3. Wenn ich in stiller Einsam Feit mein Herz zu dir erhebe und, über deine Huld erfreut, nach dei nem Willen

und stehst mir bei, daß ich dir immer treuer sei.

4. Du merkst es, wenn des Her zens Rath verkehrte Wege wählet. und bleibt auch eine böse That vor aller Welt verhehlet: so weißt du sie und strafest mich zu meiner Beßrung váterlich.

5. Du höreft meinen Geufzern zu, schaffst, daß mir Hülf' erscheine; mit Vaterliebe zählest du die Thrá­nen, die ich weine; du siehst und wågest meinen Schmerz, erfüllst mit deinem Trost mein Herz.

6. O druck', Allgegenwärtiger, dieß tief in meine Seele, daß, wo ich bin, nur dich, o Herr, mein Herz zur Zuflucht wähle, daß ich dein heilig Auge scheu, dich zu ver­ehren eifrig sei.

7. Laß überall gewissenhaft nach

deinem Wort mich handeln und stärke mich dann auch mit Kraft, vor dir getrost zu wandeln. Du

bist um mich, Herr, o verleih, daß dieß mir Troft und Warnung sei.

21.

Mel. Es ist gewißlich an der Zeit 16.

Umsonst, umsonst verhüllst du dich, mein Herz, in Finsternisse. Was kann ich Gott verbergen, ich? welch Thun, das er nicht wisse? Sei, kannst du, dunkler als das Grab, das Auge Gottes schaut hinab, und kennt auch deine Tiefen.

2. Wo ist die Nacht der Einsam keit, die mich vor ihm verhehle?

euch schon eh ihr noch seid, Gedanken meiner Seele, eh ich euch selbst empfinden kann, von eurer ersten Bildung an bis ihr vollendet werdet.nat

3. Er kennet, er durchschauet euch, wenn ihr euch mir entziehet. bemerkt euch, wenn ihr Strahlen gleich schnell auffahrt, schnell ent fliehet. Bergebens wünsch' ich: sterbt, vergeht! vergebens! Auf­gezeichnet steht ihr 20 in seinem Buche.

4. Der Herr gedenket ihrer noch wenn sie auch mir verschwinden. Sie bleiben. Und ich träume doch, sie wären keine Sünden? Sie alle müssen an das Licht, wenn er er scheint und im Gericht der Herzen Rath entdecket.

5. Dann wird das Siegel seines Buche vor aller Welt gebrochen, das

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