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bung des Gemüthes in stiller Andacht zu Gott? Richtet man seinen Blick gern zu ihm empor, so fühlt man sich um so stärker für alles Gute und Edle gestimmt; der Gedanke an ihn, den Heiligsten, weckt zugleich in der Seele des Bethenden die Erinnerung an seine hohe Würde und Bestimmung; ein vertrauter Umgang mit dem, der den Sterblichen durch ihre Vernunft und ihr Gewissen immerfort zuruft: „ Ihr sollt heilig seyn, denn ich bin heilig, euer Gott!" flößt dem Frommen Scheu vor dem Bösen und Liebe zum Guten ein, hält ihn von so mancher Verirrung zurück, und erleichtert ihm seine sittliche Vervollkommnung.
Gute Vorfäße wie schwer sind sie oft auszuführen, und wie leicht werden sie vergessen! Wer sie aber gleichsam in der Gegenwart Gottes faßt, und bey der Ausführung derselben sich durch die Erinnerung an ihn zu stärken gewohnt ist, der wird ihnen um so fester treu bleiben, und es wird ihm um so leichter werden, sie in That und Handlung zu
verwandeln.
Es fällt oft sehr schwer, zu thun, was die strenge Pflicht gebeut, und es treten bisweilen Umstände ein, wo wir im Dienste derselben viel wagen, entbehren, dulden und aufopfern müssen; alles dieß wird uns leichter, und wir sind für die Sache der Wahrheit und der Tugend der größten Anstrengungen, Aufopferungen und Kämpfe fähig, wenn wir Freunde der Andacht sind, und uns gern im Gebe


