uns mit ganzer Seele an die Scholle der Erde, auf der wir herum wandeln, ohne uns daran zu erinnern, daß wir, zweyen Welten verwandt, die höhere nie aus dem Auge verlieren sollten. Unser Blick verliert den Himmel, und schweift erdwärts in niedern Regionen umher. Zur Gemeinheit herabgefunken, begnügen wir uns dann damit, die Bedürfnisse der sinnlichen Natur zu befriedigen; wir essen, trinken, schlafen, mühen uns ab, und stehen endlich am Rande des Grabes, ohne auf unserm Wege dahin durch höhere Ahnungen, Gedanken, Gefühle und Bestrebungen gehoben, und unsers Daseyns recht froh geworden zu seyn. Kommen bisweilen Augenblicke, wo der bessere Mensch in uns erwacht, so fühlen wir tief unsern ganzen Unwerth, die Leere unsers Herzens und die Bedeutungslosigkeit unsers Lebens. Dann genügt uns das Irdische nicht, dem wir uns unbedachtsamer Weise ganz ergeben haben; es gibt uns keinen Ersatz für das, was unserm Gemüthe abgeht, und wir werden leicht unser selbst, der Welt und des Lebens überdrüßig und satt.
Diesem schmählichen Versinken in das bloß Irdische und Hinfällige, dieser gefährlichen Befreundung mit der niedern Welt, und all' den traurigen Folgen, die damit verbunden sind, können wir am besten und sichersten dadurch entgehen, daß wir den Sinn für stille, fromme Andacht in uns rege und lebendig zu erhalten suchen, und unser Herz oft zu Gott erheben. Wer gewohnt ist, sich bisweilen los


