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Lüneburgisches Kirchen-Gesang-Buch nebst einem Gebet-Buche : [nebst] Episteln und Evangelia auf alle Sonn- und Festtage ...
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der Stadt Jerusalem.

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wehe dir, o du armes Jerusalem! und von solchem Nufen ist er nicht müde geworden. Als aber nun die Stadt von den Römern belagert geworden, ist er auf den Mauern umher gegangen, und hat immer geschrien: Wehe über den Tempel, und über das ganze Volk! und zuleht hat er auf eine Zeit diese ungewöhnlichen Worte dazu gesagt: Wehe auch mir! In dem Worte ist er ungefähr von der Feinde Geschoß getroffen worden, und also tort geblieben. Diese und andere große Zeichen sind vorher gegangen, ehe Jeru­falem zerstöret geworden ist.

Nun wollen wir auch von der Zerstörung an ihr selbst redett. Da die Juden, wie Stephanus faget, als Mörder und Verräther den gerechten und unschuldigen Christum getödtet hatten; ist es mit dem ganzen jüdischen Reiche in allen Ständen immer ärger geworden. Die Hohenpriester hoben an, und übten Tyrannei wider die andern Priester; unter den andern Gewaltigen war allerlei Haß und Neid, und schickte sich alles zur Uneinigkeit im Regiment, und ließ sich es anschen, daß eine große Aenderung und Zerrüttung des Reichs vorhanden wäre. Aus solchem Zwiespalt und Haffe der Ge­waltigen unter sich, erhoben sich Rotten und allerlei Zertrennun­gen, und außerdem trug sich allerlei Unglück zu, und Naubens und Mordens in und außer der Start Jerusalem; und schickten sich alle Sachen, daß beide Regimente des Volks, dos geistliche und welt­liche, zu Trümmern gehen wollten.

Daher geschah es auch, daß der Kaiser Nero Cestium Florum in das jüdische Land schickte; und als er den Juden sehr hart war, und in vielen Dingen seinen Geiz, Stolz und Muthwillen übte: haben ihn die Juden verjagt; und als er mit ihnen zum Schlagen kam, hat er fünf tausend Mann der Seinigen verloren. Also wüthetent die Juden durch Gottes Verhängniß, daß sie sich auch wider die Nö­mer setzten, und von ihnen abfielen. Als aber der Kaiser Nero das erfuhr, schickte er Flavium Vespasianum mit seinem Sohn in Syrien.

Es ist um diese Zeit im ganzen Orient, wie auch Tranquillus schreibt, eine gemeine Eage und ein Gerücht gewesen, daß eben um diese Zeit etliche, so aus Judäa kommen würden, sehr groß und sehr prächtig in aller Welt werden sollten. Und wiewohl das an dem geistlichen Reiche Christi also wahr ward, da der Name Christi durch die Predigt des Evangelii, welcher aus dem Jüdischen Stamme geboren ist, in aller Welt groß ward; so haben es doch etliche von den zween Vespasianis verstanden; die Juden aber zogen diese Weisfagung auf sich, und, nachdem ihnen etliche Schlachten wider die Feinde geriethen, wurden sie stolz, machten drei Haupt­leute, und griffen mit Gewalt die Stadt Ascalon an. Da sind sie in zwei Schlachten darnieder gelegt worden, haben, ohne die Haupt­leute, die umgekommen sind, bei zwanzig tausend Mann verloren.

Nachdem zog also Vespasianus auf Befehl des Kaisers in Ga­liläa, welches ein volfreiches Land war, verwüstete und verheerete alles durchaus, und war des Mordens, Raubens und Brennens fein Ende; da wurden viele tausend Juden, und auf einmal an 50000 wehrhafter Männer erschlagen, ohne Weiber, Kinder, gemeinen