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Lüneburgisches Kirchen-Gesang-Buch nebst einem Gebet-Buche : [nebst] Episteln und Evangelia auf alle Sonn- und Festtage ...
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Die Geschichte von dem Leiden und Sterben

sprach: Mein Vater, ist es nicht möglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. Und er fam, und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs, und wußten nicht, was sie ihm antworteten. Und er ließ sie, und ging abermal hin, und betete zum dritten Mal dieselbigen Worte und sprach: Bater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.

Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel, und stärkte ihn. Und es kam, daß er mit dem Tode rang, und betete heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutstropfen, die sielen auf die Erde.

Und er stand auf von dem Gebet, und kam zu seinen Jün­gern, und fand sie schlafen vor Traurigkeit; und sprach zu ihnen: Ach wollt ihr nun schlafen und ruhen? Was schlafet ihr? Es ist genug. Sehet, die Stunde ist gekommen, und des Menschen Sohn wird überantwortet in der Sünder Hände; stehet auf, und lasset uns gehen; siehe, der mich verräth, ist nahe, betet aber, daß ihr nicht in Anfechtung fallet.

Und alsobald, da er noch redete; kam Judas, der zwölfen einer. Da er nun hatte zu sich genommen die Schaar und Diener der Hohenpriester und Pharisäer, der Aeltesten und Schriftgelehrter ging er zuvor der Schaar, und kommt dahin mit Fackeln, Lam mit Schwertern und mit Stangen. Der Verräther aber hatte il ein Zeichen gegeben, und gesagt: Welchen ich küssen werde, ists, den greifet, und führet ihn gewiß. Als nun Jesus wi Alles was ihm begegnen sollte, ging er hinaus, und sprach z ihnen: Wen suchet ihr? Sie antworteten ihm: Jesum von Na­zareth. Jesus spricht zu ihnen: Ich bins. Judas aber, der ihn verrieth, stand auch bei ihnen. Als nun Jesus zu ihnen sprach: Ich bins; wichen sie zurück, und fielen zu Boden. Da fragte er sie abermal: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Naza­reth. Jesus antwortete: Ich habe es euch gesagt, daß ich es sei. Su­chet ihr denn mich, so lasset diese gehen. Auf daß das Wort er­füllet würde, welches er sagte: Ich habe derer keinen verloren, die du mir gegeben hast.

Und Judas nahete sich zu Jesu, ihn zu küssen, und alsobald trat er zu ihm, und sprach: Gegrüßet seist du, Rabbi! und küssete ihn. Jesus aber sprach zu ibm: Mein Freund, warum bist du ge­kommen? Juda, verräthest du des Menschen Sohn mit einem Kuß? Da traten sie hinzu, und legten die Hände an Jesum, und griffen ihn. Da aber sahen, die um ihn waren, was da werden wollte, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert brein schla­gen? Da nahm Simon Petrus ein Schwert, und zog es aus, und schlug nach des Hohenpriesters Knecht, und hieb ihm sein recht Ohr ab: und der Knecht hieß Malchus.

Jesus aber antwortete, und sprach: Laßt sie doch so ferne machen. Und er sprach zu Petro: Stecke dein Schwert in die Scheide; denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert um­kommen. Oder meinest du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel?