Die Geschichte von dem Leiden und Sterben ic.
Die Geschichte
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des
Leidens und Sterbens unsers Herrn und Heilandes Jesu Christi,
aus den vier Evangelisten kürzlich verfaßt, und in fünf Handlungen abgetheilet.
Erste Handlung.
Das Leiden Jesu am Selberge.
a sie den Lobgesang gesprochen hatten, ging Jesus hinaus nach seiner Gewohnheit, über den Bach Kidron, an den Delberg. Es folgten ihm aber seine Jünger nach. Da sprach er zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle ärgern an mir: Denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Heerde werden sich zerstreuen. Wenn ich aber auf erstehe, will ich vor euch hingehen in Galiläa. Petrus aber antwortete, und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir ärgerten, so will ich doch mich an dir nimmermehr ärgern. Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute in dieser Nacht, ehe denn der Hahn zweimal frähet, wirst du mich dreimal verleugnen. Er aber redete noch weiter: Ja, wenn ich auch mit dir sterben müßte, wollte ich dich nicht verleugnen. Desselbigen gleichen sagten auch alle Jünger.
Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieß Gethsemane, da war ein Garten, darein ging Jesus und seine Jünger. Judas aber, der ihn verrieth, wußte den Ort auch; denn Jesus versammlete sich oft daselbst mit seinen Jüngern. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seßet euch hier, bis daß ich dort hingehe, und bete. Und nahm zu sich Petrum, und Jacobum, und Johannem, die zween Söhne Zebedäi, und sing an zu trauren, zu zittern und zu zagen. Und sprach zu ihnen: Meine Seele ist betrübt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir, auf daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Und er riß sich von ihnen bei einem Steinwurf, und kniete nieder, fiel auf sein Angesicht auf die Erde, und betete, daß, so es möglich wäre, die Stunde vorüber ginge, und sprach: Abba, mein Vater, es ist dir alles möglich, überhebe mich dieses Kelchs; doch nicht was ich will, sondern was du willst. Und er kam zu seinen Jüngern, und fand sie schlafend, und sprach zu Petro: Simon, schläfest du? Vermöchtest du nicht eine Stunde mit mir zu wachen? Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung und Versuchung fallet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Zum andern mal ging er wieder hin, betete, und


