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Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht
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Gebet eines Sterbenden.

Ein anderes Gebet.

Bon Zollikofer.

ott, Schöpfer, Vater, Erbarmer, zu wem sollte

nehmen,

zu dir, der du allein helfen kannst und so gerne hilfft! Du erhörest Gebet, darum kommt alles Fleisch zu dir, und darum suchen alle Hülfsbedürftige die ihnen nöthis ge Hülfe. Ja, du bist nahe allen, die dich anrufen, die dich mit Ernst anrufen; auch mir bist du nahe, o Allwissender und Allgegenwärtiger! Auch mich kennst und liebest du, und hast mich zur ewigen Glückseligkeit berufen. Davon hast du mich, besonders durch deinen Sohn Jesum versichern lassen. Und wie erquickend, wie tröstlich ist mir nicht diese Versicherung! wie erleichtert fie mir meine Leiden! welche Hoffnung und Zuversicht gießt sie nicht in mein Herz aus! O laß doch diese Ver­sicherung meinem Herzen immer wichtiger und in dem­felben immer kräftiger werden. Laß sie den Trost meis ner letzten Stunde und meine Stütze im Tode seyn. Laß mich deiner Vaterliebe immer gewisser werden, und meine Bestimmung zu einem ewigen seligen Leben nie aus den Augen verlieren. Wie geduldig und standhaft werde ich dann alles tragen und leiden, was du mich leiden heißt; wie unerschrocken mich dem Tode nähern, wie getrost diese Hütte meines Lebens verlassen, und mich mit meinem Geiste zu dir meinem Vater empor schwingen. Wie du in meinem ganzen Leben mein Gott und Vater warest: so wirst du es auch gewiß iezt, ja in Ewigkeit seyn.

Dir, gütigster, liebreichster Vater, dir übergebe ich mich ganz. Dein bin ich, dein Geschöpf, dein Kind, dein Verehrer, und dessen freue ich mich, ich lebe oder sterbe! Mach's mit mir, wie es dir wohlgefällt. Nimm das Opfer meines herzlichen Dankes für alle Wohlthaten gnädiglich an, mit welchen du mich mein ganzes Leben hindurch gesegnet und erfreuet haft. Un­schätzbar ist ihr Werth, unzählbar ihre Menge, und jede ein untrügliches Pfand von noch größeren Wohl thaten,