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Evangelisches Gesangbuch und Gebete für den öffentlichen Gottesdienst sowohl, als für die häusliche Andacht
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66 3. Gebete für die häusliche Andacht.

ten und Gelegenheiten zum Guten umgegangen bin; wie ich gegen alle meine Nebenmenschen gesinnet gewesen bin; wie ich mein Herz und mein Leben rein von las sterhaften Neigungen und Gewohnheiten zu bewahren ge­sucht habe; wie werth mir die Religion geblieben, und wie treu ich in ihrer Erkenntniß und Uebung gewesen bin: das ist die ernsthafte Ueberlegung, die ich jezt an­zustellen habe. Gib, daß ich sie weder scheuen, noch leicht­sinnig damit zu Ende eilen und mir die Tröstungen des Evangeliums Jesu Christi fälschlich zueignen möge. Auch für mich ist freilich bey dir viel Vergebung. Auch mir willst du Barmherzigkeit widerfahren lassen; es ist doch aber auch gar zu gewiß, daß ich mit den Gesinnungen, die ich mit mir aus dieser Welt nehme, in der zukünf­tigen fortleben werde, und wie meine Aussaat ist, so auch die Erndte für mich seyn wird. Stets sey mir also der Buruf Jesu Christi erinnerlich: Selig sind, die reines Her­zens sind, die Friedfertigen, die Sanftmüthigen, die ein aufrichtiges Verlangen haben, gut zu seyn, und so nach der Gerechtigkeit hungern und dursten! Das erwecke mich, mein Herz von allen dem los zu reißen, was es noch an das Irdische fesselt, noch so viel Gutes zu thun, als ich kann, und allen um mich her durch Geduld, durch Ergebung in deinen Willen, durch frohe Erwartung bes Bukünftigen erwecklich zu werden. Dann, tröste mich, o Gott, deine Liebe; dann sey mir die Nacht des Grabes nicht fürchterlich; dann laß mich in der ruhigen freudi­gen Gesinnung beharren: Herr, ich warte auf dein Heil! Amen.

Gef. B. Nr. 257. 488. 630. 343. 369. 291. 292. 473.497. 504. 516. 655.

Gebet eines Kranken.

K3 fommt, o guter Gott und Vater deiner Menschens kinder, alles in dem menschlichen Leben von dir: Glück und Unglück, Reichthum und Armuth, Gesund­heit und Krankheit, Leben und Tod. Von deiner Ba­terhand empfing auch ich mein Leben, mit allen den gefunden, frohen und vergnügten Tagen, die mir in dem­felben