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Euch die gold'ne Lebensstärkung beut?
Durstig harrt die Menschheit an dem Strome, Und ihr murret, wenn der Starke trank? Warum kämpft ihr um den Grenzstein, Brüder, Der vor tausend Jahren schon versank? Seyd ihr nicht zu Einem Bund erforen? Machet euch nicht Eine Taufe gleich? Habt ihr nicht zu Einem Gott geschworen? Und doch Feinde?-Sprecht, was trennet euch? Nicht das Helle, nur das Dunkle, Christen, Nur die Finsterniß und nicht das Licht! Keiner wird die Morgensonne laügnen, Wenn sie aus der Purpurwolke bricht. Ward es heller, als die Väter stritten n Ueber Logos Homousios?*)
Ach, Nicäa sah die Nacht der Christen; Denn ein Fluch war des Verirrten Loos! Ist's entschieden, was Konstantinopel Schon im vierten Seculum entschied? Oder gibt es keinen Freund der Wahrheit, Der den Machtspruch noch in Zweifel zieht? Glaubt die Welt, was einst Cyrillus**) lehrte,
*) Ueber Joh. 1, 1, wird noch heute, wie damals gestritten. **) Patriarch zu Alexandrier. S. Spittlers Grundriß der Geschichte der christl. Kirche. 2te Aufl. S. 116-123.


