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Morgen- und Abendopfer : nebst anderen Gesängen und einem Anhang / Joh. Heinrich Wilh. Witschel
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Ach, wie tönt es lieblich aus der Ferne, Aus der Urwelt heil'gem Mondenlicht: Kinder, bleibet bei der Bruderliebe! Prüfet Alles, nur verfolget nicht! Ach, wie strömt es freundlich in die Seele, Wenn der liebevolle Alte mahnt,*) Und durch seine Stimme aus dem Grabe Uns den Weg zum frohen Leben bahnt! Eins ist noth! Was zürnen wir, Geliebte? Friedlich winkt der stille Aschenkrug. Endlich, Christen, muß es Friede werden, Oder euer Christenthum ist Trug! Warum holt ihr nicht in Einem Tempel Gure Taufe, euer Abendmahl?

Warum legt ihr eifernd Schloß und Riegel An der Liebe freien Himmelssaal;

Lügt euch glücklich, heuchelt Menschenliebe­Sprecht, was send ihr auf der Lebensbahn? Bettler vor der schönen Thür des Tempels, Arm und lahm vom Mutterleibe an.**) Warum ruft ihr schauernd: Tod in Töpfen! Wenn die Wahrheit ihre Blumen streut, Und mit frommem, unbesorgtem Blicke nd

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*) Johannes in seinen Episteln.**) Apostg. 3, 2.