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Morgen- und Abendopfer : nebst anderen Gesängen und einem Anhang / Joh. Heinrich Wilh. Witschel
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Ideen der Gebets: Formeln

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3. 3. Mnioch.

,, Der vernünftige Zweck der Gebete, so wie aller finns ,, lichen Religionsübungen im Allgemeinen, und zugleich das höchste, was sie wirken können, ist religiose Erbaus ,, ung. Diese besteht in Versinnlichung der Res ligionsideen für Phantasie und Herz, in einem ,, dadurch gewirkten lebendigen Glauben, in einer Reinigung unserer Empfindungen und einer ers böhten Rührung für's Gute: Alles zu dem großen ,, moralisch- ästhetischen Endzweck der Disciplin unserer Neis gungen und der Beförderung einer freien und leichten 11² Harmonie derselben mit den Forderungen der moralischen " Vernunft."

,, Dieß nämlich soll hier unter dem so oft gemißdeutes ,, ten Wort: religiöse Erbauung, verstanden werden.- ,, Aufrichtung des gefunkenen innern Menschen, Veredlung und Erhebung der Sinnlichkeit zur zwanglosen Harmonie mit der Vernunft, sollte überhaupt der letzte, der höchste Zweck aller schönen und rührenden Künste seyn. Jede sollte nach ihrem Vermögen und in ihrem Wirkungskreise ,, dazu beitragen, daß der innere Mensch, der durch Künstelei und Verkünstelung getheilt und zertrümmert worden ist, ,, sich selbst wieder aufbaue und zu einem friedlichen Gans en vereine."

,, Die Vernunft verlangt gehorsame Unterthanen; ,, die guten Künste bestreben sich, diese Unterthanen in Lies bende Kinder zu verwandeln. Nicht soll die Vernunft für die Sinnlichkeit, aber wohl die Sinnlichkeit für die ,, Vernunft gewonnen werden, damit sie mit Freuden ges horche und zufrieden und glücklich werde unter dem Zepter ihres strengen Monarchen.- Nur auf diesem Wege läßt sich eine innere Harmonie hoffen, wenigstens ein Vorschmack ,, von der künftigen Vereinigung der Glückseligkeit mit der Würdigkeit zu derselben, ein Himmel auf Erden im Herzen und Geist des Menschen!"

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