Kirchengebete.
der Religion und des Christenthums! durch unsern Herrn Jesum Christum Er bilde sie ganz nach dem Sinne ihres Herrn und Meisters, und lasſe durch fie viel geistiges Leben, viel Lust und
Umen.
Kraft zum Guten unter ihren Brüdern erregt werden! Dein Geist unterstüge, starke und tröfte alle Schwache und Kranke, alle Bekümmerte und NothLeidende, alle, die icht versucht und geangstigt werden, oder sich dem Tode nähern! Er erwecke und erhöhe in ihnen Gedanken, Empfindungen und Hoffnungen, welche ihnen die Leiden erleichtern, den Kummer stillen, ihnen zum Siege über das Böse verhelfen, und den Tod zu einem frohen Uebergange in ein besseres Leben für sie machen können! Uch, laß doch deinen Geist unter allen Menschen und Volfern immer wirksamer werden! Laß die Ausbreitung des Reiches Jesu, die Vollendung seines Werkes auf Erden glücklich fortgehen! Ach, wie viele von unfern entfernten Brüdern umhüllet noch die dicke Finsterniß des Irrthums und der Unwissenheit! Wie viele haben fast alles Gefühl von dem, was wahr und recht ist, verloren, und sind elende Sclaven des Aberglaubens und des Lasters! Wie viele selbst von unsern náhern Brüdern, die Christen heißen, vielleicht zu dieser Gemeinde gehören, sind noch todt in Sünden und Uebertretungen, noch ganz entfremdet von dem Leben, das aus dir ist und zu dir führet. Uch, Gott, barmherziger Gott, Laß deinen Geist jene und diese aus ihrem Todesschlummer erwecken, den Funten des neuen, bessern Lebens in ihnen entzunden, sehnliche Begierden nach Bahrheit, nach Tugend und Glückseligkeit in ihnen erregen! Dein guter Geift, o Gott! der leite und führe uns Alle auf ebener Bahn! Von deinem Geiste erleuchtet und belebet, werden wir nie irre gehen, nie mit Borsag fündigen, uns nie der Muths losigkeit überlassen, und durch alle Beschwerden und Gefahren dieses Lebens hindurch sicher zum Besige der Seligkeit gelangen, die du deinen Kindern im Himmel bereitet hast. Hilf uns Allen dazu, barmherziger Gott!
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Am Bustage.
Gott, barmherziger, gütiger Bater! der du uns zur Buße und Besserung rufest, wie könnten wir uns weigern, deinem Rufe zu folgen? Dein Ruf ist Ruf zur Seligkeit. Je mehr wir über unsre Sünden und Fehler nachdenken; je mehr wir die betrüglichen flüchtigen Vortheile und Vergnügungen eines uns ordentlichen, lasterhaften Lebens, mit den verderblichen, immer fortdauernden Folgen vergleichen, die es in dieser und in der zukünftigen Welt nach sich zieht; je mehr wir es erwägen, daß an deiner Gnade Ulles gelegen ist, und daß dir das Böse nicht anders als mißfallen kann: desto deutlicher sehen wir es ein, daß uns die Sünde elend macht; daß wir nicht frei, nicht zufrieden, nicht glücklich sein können, so lange wir uns ter ihrer Herrschaft stehen. Siehe, wir entsagen in deiner Gegenwart allen Sünden und Lastern auf immer. Wir entschließen uns jegt auf das Feierlichste zur Aenderung und Besserung unseres Sinnes und unseres Wandels. Dich, Allwissender! rufen wir zum Zeugen der Aufrichtigkeit unsrer Entschlüsse an, und dich, Höchstgütiger! bitten wir ins brünstig um Beistand und Kraft zur Erfüllung derselben. Haben wir uns bisher von Unglauben und Zweifelsucht beherrschen lassen; so wollen wir jest mit lehrbegierigem Herzen nach der Wahrheit forschen; alle Mittel zur Erkenntniß derselben treulich gebrauchen; und sie, sobald wir sie erkennen, willig annehmen und allen ihren Vorschriften folgen. Haben wir bisher ein ganz sinnliches, zerstreutes Leben geführt, so wollen wir jetzt einen Theil desselben zum ernsthaften Nachdenken über deinen Willen und unsre Bestimmung, über unsre Sterblichkeit und Unsterblichkeit anwenden, und die Freude der Unschuld, der treuen Erfüllung der Pflicht, des Wohlthuns und der Une dacht kennen zu lernen suchen. Haben wir bisher die Religion und das Chris stenthum für ein Nebenwerk, für eine


