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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
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Kirchengebete.

Kraft des Todes Jefu sich insbesondere an allen denjenigen unter unsern christ­lichen Brüdern verherrlichen, welche jegt die Last schwerer Leiden drückt, die unter dem schmerzhaften Gefühl eines niedergeschlagnen, bekümmerten Geiz stes, oder eines tranken, entkräfteten, seiner Auflösung sich nähernden Kör: pers seufzen, die vielleicht von Ungst und Schrecken des Todes umfangen sind! Laß doch das Bild des leidenden und sterbenden Jesu, ihres und unsers Erretters und Seligmachers, ihrem Geiste gegenwärtig sein, und Licht in ihre Finsterniß, Trost und Hoffnung in ihr geängstetes Gemüth bringen! Lehre sie auf ihn, unsern Unführer und Vorgänger, sehen, der auf einem weit mühsamern Wege sein Ziel verfolgt und erreicht hat, sich nun seiner Vollenduug und seines Sieges freut, und die Früchte desselben allen, die ihm treulich nachs folgen, mittheilen will! Laß seine Kraft in ihrer Schwachheit machtig und ſei­nen Tod ihr Leben sein! Erbarme dich, gútigster, barmherzigster Gott aller Lebenden, aller Leidenden, aller Sterz benden! auch derer, die nicht Christen sind und Jesum nicht kennen! Erbarme dich ihrer im Leben und im Tode durch den, der für alle gestorben ist, durch Je­sum Christum unsern Herrn! Amen. Am Osterfeste.

können wir diese Dunkelheit durchdrin gen, und diese Schrecknisse besiegen, wenn wir uns dem Tode so nähern, wie sich ihm Jesus näherte, und ihn so erdulden, wie er ihn erduldet hat. Ihn überfiel der Tod nicht unvermu­thet, nicht unbereitet. Er hatte bei nen Willen gethan, sein Werk voll bracht, ein frommes, gemeinnúgiges Leben geführt, und auf dieses Leben konnte er nun mit Freudigkeit zurück sehen, und sich von demselben die herr­lichsten Früchte im Himmel und auf Erden, für sich und seine Brüder ver­sprechen. mchte dies die Art und Weise sein, wie wir uns alle zu unserm Tode vorbereiten! Auch uns hast du, o Gott! ein Werk aufgetragen, das wir hier vollbringen sollen. Ein jeder von uns hat seinen Beruf, seinen Stand, feine Pflichten, seine Kräfte, seine besondern Veranlassungen und Gelegenheiten den Menschen nüglich zu werden. Gieb doch, barmherziger Gott! daß wir die von dir angewiesene Stelle in deinem Reiche würdig behaupten, unfre Pflichten treulich erfüllen, nie etwas thun, was uns in unsern legten Stunden beschämen und ångstigen wir de, und nie etwas unterlassen, dessen Andenken uns im Tode erquicken und erfreuen könnte; damit wir dann, wenn du uns zu dir rufeft, deinem Rufe ge= troft folgen und mit unserm Heilande

sagen können: es ist vollbracht! Ich Gott, weiser und gütiger Vater der

habe meinen Lauf vollendet, das Ziel erreicht, und nun wartet meiner der Preis der Sieger, die unverwelkliche Krone, die ich am Tage der Vergeltung aus den anden meines Herrn und Richters empfangen werde. Und die frohe Erwartung dieses Preises, o Gott, die müsse uns dann, wenn unser Ende sich nähert, aufrichten und stárken, una fern Geist über alles Irdische und Sicht bare erheben, und den Verlust dessel­ben mit ruhigem, heitrem Blicke betrach ten, und im Glauben auf Jesum sehen, an seine Verheißung halten, und mit ihm voll Hoffnung und Zuversicht sagen lehren: Bater, in deine Hände befehle ich meinen Geist! Laß doch, gütigster Bater! die beruhigende, heiligende

Menschen! mit frohen Dankempfindun gen beten wir deine weisheitsvolle Re= gieruny an, die sich auch in der Lenkung der Schicksale Jesu Christi, und befon: ders in seiner Auferstehung vom Tode, so sichtbar verherrlichet hat. Gott! wie tief hattest du nicht deinen Sohn er­niedriget! wie schwer fein Vertrauen zu dir und seinen Gehorsam gegen dich geprüft! Ja, als er unter den qual­vollsten Martern am Kreuze sein heili­ges, menschenfreundliches Leben endigte, da schien es als habest du ihn verlas­sen, im ganz dein Wohlgefallen entzo­gen, und seinen boshaften Feinden über ihn den Sieg gestattet; da glaubte jeder, seine wohlthätigen Bemühun­gen, Wahrheit und Jugend unter den ( cc2