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Neu eingerichtetes Freibergisches Gesangbuch nebst einem Anhange neuer Lieder
Entstehung
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Beim Glockenschlage. Morgenlieder

7. Hab' ich die Meinigen durch Sorg: falt mir verpflichtet, sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Undre traf, war das mir angenehm?

8. War mir der Fehltritt leid, so bald ich ihn begangen? Bestritt ich auch in mir ein unerlaubt Verlangen? Und wenn auch heute noch Gott über mich gebeut, bin ich vor ihm zu steh'n, auch willig und bereit?

9. Gott, der du alles weißt, was konnt' ich dir verhehlen? Ich fühle täglich noch die Schwachheit meiner Seelen. Vergieb, durch Christi Blut, mir die verlegte Pflicht; vergieb und gehe du nicht mit mir ins Gericht!

10. Ja, du verzeihest dem, den feine Sünden frånken, du liebst Barmhers zigkeit, und wirst auch mir sie schen: ken. Sei auch in dieser Nacht( in die sem Jahr) mit Gnade über mir! Leb' ich, so leb' ich dir! Sterb' ich, so sterb ich dir!

C.F. G. Mel. Freu' dich sehr, o meine Scele zc.

* 3. Herr! ich zähle Bag re schnel: * 3. Herr! ich zähle Tag und Stun.

len Lauf. Uch, wo sind sie hin ver­schwunden? Hört doch alles bei uns auf; geht doch endlich alles ein. Doch es soll jest also sein. Nach dem Wan­del hier auf Erden, da werd' ich erst ewig werden.

2. Gott du Ursprung aller Dinge, der du warst, da noch nichts war! un fer Ulter ist geringe, aber du lebst alle Jahr Ewig wird dein Reich besteh'n, ewig dein Befehl ergeh'n, und wenn alles sollte schweigen, werden's Holl' und Himmel zeugen.

3. Wohl demnach uns, deinen Freun: den, wenn wir ewig werden ruh'n; aber weh' auch deinen Feinden, die be­ständig Boses thun. Ihre wohlver: diente Pein, die wird unaufhörlich sein, und sie werden alle müssen ihre Thorheit ewig büßen.

4. Denkt, ihr Menschen, an die Lange, die niemand ausdenken kann, gebet Ucht auf eure Gånge, stellet alles chriftlich an. Wollet ihr nichts Uebels

thun, denket oft an's lette Nun. Denn hernach ist nichts zu hoffen; jest nur steht der Himmel offen.

5. O wie wohl ist uns geschehen, daß ein Christ das wissen kann! eh' wir jene Welt noch sehen, hat es Gott uns kund gethan. Ihm sei Dank in dieser Zeit, ihm sei Dank in Ewigkeit, ewig soll mein Herz ihn ehren, ewig seinen Ruhm vermehren.

C. N. Mel. Wenn mein Stündlein kömmt zc. ie Glocke und

4. Damit: die Zeit hat abgenom men. Ich bin schon wieder einen Schritt dem Grabe näher kommen. Jesu! schlag' an meine Brust, weil mir die Stunde nicht bewußt, die meine Zeit beschließet.

Mein

2. Soll diese nun die leßte sein von meinen Lebensstunden, so schleuß' mich durch den Glauben ein in deine theuren Wunden; doch giebst du mir noch eine Frist, so schaffe, daß ich, als ein Christ, dir leb' und selig sterbe.

B.S.

Mel. Wach' auf, mein Herz! und singe zc.

Die Nacht ist schon vergangen, die mich 5. Auf, auf, ihr muntern Sinne,

nicht inne.

zuvor umfangen.

2. Der Sonne holdes Blicken ruft, daß ihr euch sollt schicken, zu preisen Gottes Güte mit fröblichem Gemüthe.

3. Seht, wie sie sich erneuet am Morgen, und erfreuet die, so bel duns keln Schatten sich ihr ergeben hatten.

4. Mein Gott! dein Schuß und Sors gen macht, daß an diesem Morgen ich kann dein Lob befingen, und Morgens opfer bringen.

5. Ich preise deine Gate. Wo ich gefündigt habe, so lasse, Herr! aus Gnaden dasselbe mir nicht schaden

6. Der Vorsat ist beschlossen, zu die­nen unverdroffen dir, Vater! deinen Willen, so viel ich kann, erfüllen.

7. Regiere du mein Leben und was du mir gegeben; dein Beistand muß verrichten, was ich selbst nicht kann schlichten.

8. Und weil bei jedem Zage fich fine det feine Plage, so schaff', daß meine Geele sich nicht darüber quale.