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Allgemeines Gesangbuch auf Königlichen allergnädigsten Befehl dem öffentlichen und häuslichen Gebrauche in den Gemeinen der Herzogthümer Schleswig und Holstein gewidmet und mit Kgl. allerhöchsten Privilegio herausgegeben
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Morgenlieder.

Doch bald von dir gestillt! Es Und, seh' ich brüder gleiten, Es kam,( ach, nie werd' ich, Mein jedem aug' entziehn!

Gott, des dankens müde!) Eso 11. Bei fleiß und arbeit kam von dir dein friede Durch Chriftum über mich. dial toda

6. Nun, dieser theure segen Ruh' immerdar auf mir! Auf allen meinen wegen Erhalt' er mich bei dir! Will roher spötter herz Dein heilsam wort mir rauben: So stärke meinen glau­ben; Bewahre selbst mein herz!

schleiche Kein geiz sich in mein herz; Leicht rühre, leicht erweiche Mich meines nächsten schmerz! Kein glück, das andern blüht, Empöre mich zum neide; Und kein genuß von freude Verzärt­le mein gemüth!

7. Gieb gnade mir auch heu­te, Wenn ich gewissenhaft Dem bösen widerstreite, Gestärkt durch deine kraft! Den ganzen tag laß mich Vor deinen augen wande, Voll zuversicht zu dir!

12. Bewahr' an diesem tage Mich vor gefahr und leid, Und trifft mich eine plage, So gieb gelaffenheit! Nur hilf, o Vater, mir, Daß ich sie nicht verschulde, Nicht murr'; und christlich dul­

deln; Fromm denken, fromm auch handeln, Aus liebe gegen dich!

8. Gieb, daß ich gut, gesellig, Klug, redlich, offen, frei, Dienst­fertig, mild, gefällig, Nie hart noch mürrisch sey! Versöhnlich, sanft, gelind; Im zorne meiner mächtig; Im ernst und scherz bedächtig; So lebe, Herr, dein kind!

13. Wie bald ist's überwun­den, Das leiden dieser zeit! Folgt nicht auf trübe stunden Der troft der ewigkeit? Der stärket mich in noth, Daß ich nicht ängstlich zage; Am letzten meiner tage Giebt der mir muth im tod'.

14. Er komme, willst du, heu­te! Denn, wenn ich dein nur bin, So führt er mich noch heu­te Zu dir, zu Jesu hin. Nur, wenn er kommen soll, Müff er mich nicht in fünden, Nicht un­bereitet finden; Dann, Vater, sterb' ich wohl.

9. Es werde jedes laster, Aus liebe gegen dich, Mir jeden tag verhafter; Der fünder jammre mich! Ob auch mein fuß nicht irrt, Will ich doch den nie rich ten, Der wider seine pflichten Dir ungehorsam wird.

Mel. Befiehl du deine wege.t

10. Des nächsten ehre schmä- 6. Auch diesen frohen mor­

lern, Entehrt das christenthum. Ein ruhm aus fremden fehlern, O, welch ein schnöder ruhm! Laß den mich immer fliehn; Nie schlimm, was gut ist, deuten;

gen Giebt Gott, der uns bewacht, Wenn wir nun, frei von sorgen, Sanft schlum­mern in der nacht; Er, welcher uns erquicket, Und unsre kraft erneut, Für uns die de