Allgemeine Gebete.
Such' hier zum Trost die ärmsten deiner Brüder, Sie pilgern, gleich wie du den steilen Pfad Wie manchen beugt das Unglück hart darnieder, Reich ihnen was dich stüßt, zum Trost und Stab. O wandelt hin mit mir zu jener Quelle, Die dem Verlaff'nen immer reichlich fließt, Dort schwindet uns der Zweifel Nacht und Helle, Steht es vor uns, daß Gott die Liebe ist!
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Ist Gott die Liebe, nun so laßt uns wallen Mit neuem Muth auf dieses Lebens Bahn; Laßt wandeln uns nach seinem Wohlgefallen, Dann führt der dunkle Weg, doch Himmel an. Verfüssen laßt uns dieses Lebens Plagen, Durch frohe Hoffnung, daß der Leib nur sinkt In Staub zurück, der Geist sieht Zeiten tagen Wo ihm Verheißung von den Sternen winkt.
Neujahrsgebet.
Herr des Himmels und der Erde, angetreten haben wir heute das neue Jahr; ob und wie wir es beschließen werden, mit frohen oder traurigen Erinnerungen, weißt du allein. Wir zagen, wir fürchten nicht, wir ruhen in deiner Liebe. In dem verflossenen Jahre bist du mit uns gewesen, du hast uns viel Gutes erwiesen, und wenn wir litten und weinten, so war es deine Gnade, daß wir nicht trostlos litten und weineten. Von früher Kindheit an hast du uns, wenn auch über manchen rauhen Weg und vor manchem Grabe vorbei, doch immer mit weiser Liebe geführt. Darum beten wir glaubensvoll: segne uns auch in dem neuen Jahre und behüte uns. Segne das Vaterland und sein frommes Fürstenhaus; Obrigkeit; segne die Baterstadt und ihre Häuser und Bürger; segne Kirchen und Schulen und ihre Lehrer; segne uns alle, laß leuchten dein Angesicht über uns und sey uns gnädig. Bewahre uns vor den Schrecken des Krieges und halte uns vor die Segnungen des Friedens. Vater der Liebe, fieh' mit erbarmender Liebe auf uns, und alle unsere Nebenmenschen herab! Tröste die Traurigen, erquicke die Kranken, sey ein Versorger der Wittwen und Waisen und den Sterbenden erleichtere den letzten Kampf. Verlaß uns Alle nicht, verlaß uns in keiner Noth. Vor Allem gib, daß Ehrfurcht vor dir, Glaube an Jesum Christum, Gerechtigkeit und Liebe, Zucht und Sittenreinheit in unsern Mauern herrschen! Und kommt der Augenblick aus


