Allgemeine Gebete.
Am Schlusse der Woche.
Die Woche geht zu Ende; deine Batergüte o Gott nicht. Ich lebe noch, doch nur allein durch dich, mein guter Gott. Ich danke dir für deine Gnade, Barmherzigkeit und jede Gabe deiner Liebe. Bleibe ferner bei mir und den Meinigen, und laß mich und sie mit jedem zurückgelegten Tage zugenommen haben an Tugend und Frömmigkeit. Behüte den Eingang und Ausgang nach deiner Verheißung: ,, ich bin und bleibe bei Euch alle Tage, bis zum Ende." Amen.
Gebet am letzten Tage des Jahres. Da steh' ich wieder an des Jahres Ziele, Erwache, wie von einem langen schweren Traum, O! daß ein Strahl von Hoffnung auf dich fiele. Vergoldete sein Bild, wie ferner Berge Saum, Im Abendroth der gold'nen Sonne glänzen, Wenn sie uns bald ihr holdes Licht entzieht, So freundlich möcht ich dich ins Grab versenken. O Jahr, das mit dem heut'gen Tage flieht.
Ich scheide gern von dir und deinen Leiden, Von Ferne blick' ich dir mit Ruhe nach;
Doch weckst du Sehnsucht nach entschwund'nen Freuden, Vergessen, laß mich nur den Kummer, Ach! O! könnt ich auch auf immer schwinden sehen, Was mir des Grames tiefen Schmerz gebar!
Daß ich nicht mehr den Dornenpfad müßt' gehen, Den ich auch oft betrat in diesem Jahr.
Mit reiner Liebe möchte ich umfaffen, Die mich verkennen deren finst'rer Blick Von ihrem Herzen mich muß ahnen lassen, mein Glück. Daß sie noch stören meine Ruh'. Doch nein! Das Edlere, es schlummert in öder Hülle, Geborgen vor dem Feinde, der ihm droht, Kein Urtheil stört hier des Gewissens Stille, Getroft hofft es auf neues Morgenroth.
Und bleibt auch dunkel noch der Weg im Staube, Verzage nicht, o Herz! blick' Himmel an!
Er wird dir Sonnenhell durch Muth und Glauben, Du fühlst, daß nach der kurzen Leidensbahn, Das Warum? wird in Sternenschrift gewoben; Du segneft noch die Leiden dieser Zeit, Wenn du erkennst, daß du dich selbst erhoben Durch Erdeschmach zur höchsten Herrlichkeit.
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