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Gesangbuch für die evangelische Kirche in Württemberg : [nebst] Die Leidensgeschichte Jesu Christi, aus den vier Evangelisten zusammengefaßt
Entstehung
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I. Allgemeine Gebetlieder.

Mel. Herr! wie du willt.( Pf. 5, 2. 3. 13. 1 Kön. 3, 9-13.)

10. Gott! deine Güte reicht so 3. Ich bitte nicht um Ehr und weit, So weit die Wolken gehen; Ruhm, So sehr sie Menschen rüh­Du krönft uns mit Barmherzigkeit ren; Des guten Namens Eigen­Und eilst, uns beizustehen. Herr! thum Laß mich nur nie verlieren. meine Burg, mein Fels, mein Hort, Mein wahrer Ruhm sey meine Vernimm mein Flehn, merk auf Pflicht, Der Ruhm vor deinem mein Wort, Denn ich will vor dir Angesicht Und frommer Freunde beten. Liebe.

2. Ich bitte nicht um Ueberfluß Und Schätze dieser Erden; Laß mir, so viel ich haben muß, Nach deiner Gnade werden; Gib mir nur Weis­heit und Verstand, Dich, Gott, und den, den du gesandt, Und mich selbst zu erkennen.

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2. Sieh doch auf mich, Herr! ich bitt dich, Lenke mich nach deinem Sinn; Dich alleine Ich nur meine, Dein erkaufter Erb ich bin. Laß dich finden, Laß dich finden; Gib dich mir und nimın mich hin.

3. Herr, erhöre! Ich begehre Nichts, als deine freie Gnad! Die du gibest, Wo du liebest, Und man dich liebt in der That. Laß dich fin­den, Laß dich finden; Der hat alles, der dich hat.

4. So bitt ich dich, Herr Zebaoth, Auch nicht um langes Leben; Im Glücke Demuth, Muth in Noth, Das wollest du mir geben. In dei­ner Hand steht meine Zeit; Laß du mich nur Barmherzigkeit Vor dir im Tode finden.

Gellert, g. 1715 1769.

Eigene Mel.( Jerem. 29, 11-14.)

11. Sieh, hier bin ich, Ehren-| 4. Nein, voll Wonne, Wie die könig, Lege mich vor deinen Thron;| Sonne, Ist, o Seelenfreund, dein Schwache Thränen, Kindlich Seh- Herz. Ich nur finde Noch der Sünde nen Bring ich dir, du Menschen Tödtend Gift in mir mit Schmerz. sohn; Laß dich finden, Laß dich Laß dich finden, Laß dich finden, finden, Bin ich gleich nur Asch und Schaff in mir ein reines Herz. Thon.

5. Tief in Nöthen Hilf mir beten, Kindlich beten, Herr, vor dir. Ach erscheine, Wann ich weine, Bald mit deiner Hülfe mir! Laß dich fin­den, Laß dich finden, Denn mein Herz verlangt nach dir.

6. Dieser Zeiten Eitelkeiten, Reich­thum, Wollust, Ehr und Freud Sind nur Schmerzen Meinem Herzen, Welches sucht die Ewigkeit. Laß dich finden, Laß dich finden, Großer Gott, ich bin bereit!

3. Neander, g. um 1640+ 1688.

Mel. Herr Chrift, der einig.( Joh. 1, 9. 12. Jef 38, 17. Mal. 4, 2.)

12. Herr Jeju, Gnadensonne, Licht und Wonne Mein blödes An­Wahrhaftes Lebenslicht! Laß Leben, gesicht Nach deiner Gnad erfreuen