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wenigen bekannt, einer allgemeinen Verbreitung werth erschien, in unsere christlichen Familien und Gemeinden einzuführen. Es möge nun dieses Buch jedem nach seinem Bedürfniß dienen und recht vielen gleich jenem Hausvater( Matth. 13, 52.) seyn, der aus seinem Schaße neues und altes hervorträgt, und in beidem denen die es mit Andacht gebrauchen, eine Gabe des Geistes zum ewigen Leben darreichen.
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Und weil doch die Hauptsache ist, daß christliche Erbauung gestiftet, lebendiger Glaube an Gott und an Jesum Christum genährt werde, und Gottes Wort reichlich unter uns wohne, wir dem Herrn fingen sollen in unserem Herzen( Ephes. 5, 19.): so durften in dieser Sammlung auch nur solche geistliche liebliche Lieder seyn, welche das Herz mit dem erfüllen, wovon sichs gebühret, daß der Mund übergehe und wir unter einander reden und uns selbst lehren und vermahnen als mit Psalmen und Lobgesängen( Coloff. 3, 16.). Es wird daher auch wohl in keinem, wie verschieden sie sonst von einander lauten müssen, der evangelische Geist und das Bekenntniß der Kirche vermißt werden. Auch sind die Schriftstellen über jedem Lied ein Fingerzeig, wie der Inhalt dieser Gesänge noch im einzelnen mit den Aussprüchen des göttlichen Worts zusammenhänge. Daher kann ein fleißiger Ge brauch dieser Lieder nicht wohl ohne den Segen einer fortwährenden Hinweisung auf die christlichen Heilswahrheiten und einer häufigeren Beschäftigung auch mit dem Buch des Lebens selbst blei ben. Die Stimmen einer gläubigen Andacht, einer aufrichtigen Buße, eines findlichen Dankes und Vertrauens, einer ungefärbten Liebe Gottes und des Nächsten, welche in diesen Liedern aus so vielen Herzen hervortönen, und aus manchem, das in unserm Lande sich noch ein besonderes Gedächtniß der Anhänglichkeit und Verehrung gestiftet hat, werden in noch viel mehreren Herzen einen wohlthuenden, erhebenden und veredelnden Anklang wecken. Und so möge auch dieses Gesangbuch unter dem Aufsehen des Herrn der Gemeinde, dem wir seinen Lauf empfehlen, das Wohl des Landes, das nur in Gottesfurcht gedeiht, und die Seligkeit der Seelen, die nur aus dem Glauben kommt, vermehren, und den theuren Wahlspruch( Ps. 119, 89. Jef. 40, 8. 1 Petri 1, 23. 25.), mit welchem in den Tagen unserer Väter der herzogliche Reformator von Württemberg den evangelischen Glauben und Gottes: dienst aufgerichtet hat, auch unter dem milden und gerechten Scep ter seiner Königlichen Enkel erproben, daß
Gottes Wort bleibet in Ewigkeit!
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