Das Jahr 1841, welches in der Geschichte von Württemberg durch die unvergessliche Feier der 25jährigen gesegneten Regierung un feres geliebten Königes ausgezeichnet ist, hat eine besondere Bedeutung für die Zukunft der evangelischen Kirche des Landes erhalten.
Die neue christliche Liedersammlung für öffentlichen und häuslichen Gebrauch, welche hier den Gemeinden dargeboten wird, ist. nächst einem neuen Kirchenbuche, auf der im Frühling dieses Jahres hiezu berufenen Synode, welche mit einer namhaften Zahl von Geistlichen aus allen Theilen des Königreichs verstärkt worden war, durch Prüfung des zuvor erschienenen und in mehr als 6000 Abdrücken bereits verbreiteten Entwurfs, und der von allen Seiten darüber eingelaufenen Ansichten und Wünsche, zu Stande gekommen. Ein Zeitraum von fünf Jahren hat an der Vollendung dieses Buches gearbeitet, und eine gewissenhafte Berathung der vielfachen Bedürfnisse des Gottesdienstes, und der mannigfaltigen Denk- und Empfindungsweisen des Glaubens in der evangelischen Kirche hat jeden brauchbaren Wink, jede gewichtige Stimme von da und dort, aus hohem und niederem Stande gerne benüßt, und so ein Werk ausgeführt, zu welchem in brüderlichem Geist unzählige mitgewirkt haben, das mithin als die Frucht einer gemeinschaftlichen Handreichung der Kirche selbst betrachtet werden darf, und fortan zur Pflege der Einigkeit im Geiste durch das Band des Friedens aller Orten beitragen müsse.
Der schönste Schmuck und nicht die geringste Kraft der evangelischen Kirche sind ihre geistlichen Lieder und Choräle. Sie hat von beiden mit jedem Jahrhundert eine ansehnliche Zahl und in eigenthümlichem Ton und Gepräge hervorgebracht, und hat auch aus früheren Zeiträumen und aus andern Kirchen das schönste sich dankbar zugeeignet. Es mußte demnach, einem in den deutschen Ländern wieder allgemein erwachten Bedürfniß gemäß, darauf gesehen werden, zu dem Guten, was bereits in dem seit dem Jahr 1791 geltenden Gesangbuch steht, noch manches andere, was in den älteren Sammlungen von Alt- und Neu- Württemberg von entschiedenem Werth und noch in theurem Ansehen unter dem Volke war, hinzuzufügen und solches alles in einer Gestalt aufzubewahren, welche weder die ursprüngliche Form jener Lieder verwischt, noch dem Geschmack und der Ausdrucksweise der jeßigen Zeit ganz zuwider lautet. Ebenso war aber auch daran gelegen, die besten und erbaulichsten Lieder des jüngsten Zeitraums in dieser neuen Sammlung zu vereinigen, und dadurch vieles, was bisher nur


