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Geistliches Liederkästlein zum Lobe Gottes bestehend aus 732 kleinen Oden über so viel biblische Sprüche : Kindern Gottes zum Dienst aufgesetzt ; in 2 Theilen / von Philipp Friedrich Hiller
Entstehung
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VI

Hillers Lebenslauf.

belobt, von einigen angefochten und gegen solche mit etlichen gedruckten Antworten vertheidigt worden sind." Soweit Hillers Sohn; er selbst fährt fort:

Dieß sind die Stationen meiner Pilgrimschaft.

Nun will ich mit dankbarem Angedenken kommen auf die göttlichen Wohl­thaten, die mir der gütige Gott im Leiblichen erzeigt hat. Von meinem Vater soll ich als ein Kind sehr geliebt worden seyn. Aber der Tod hat ihm die Liebe und mir seine Wohlthaten verkürzt. Eine getreue und christliche Mutter hatte ich, die mich zum Beten und zur Furcht Gottes von Jugend auf angehalten. Einen rechtschaffenen und treugesinnten Stiefvater bekam ich unter göttlicher Vor­forge. Diesen Eltern vergelte der Herr ihre an mir erwiesene Treué vor seinem Angesichte. Aus etlichen augenscheinlichen Todesgefahren hat mich Gott in mei­ner Kindheit errettet. In meinen Klosterjahren hat Gott, so lange ich ihn ge­fürchtet, unter manchem Druck der Boshaftigen, die Gunst meiner Vorgesetzten gar besonders gegen mir gelenket, auch es abgewendet, daß ich nicht wegen mei­ner tauglichen Stimme von dem Studieren ab, und zur Hofmusik gezogen wor den bin. Als ich magistriren sollte, starb mir mein Stiefvater, da ich dessen Hülfe am nöthigsten hatte. Doch half mir Gott bei meinem geringen Vermögen immer mit Ehren durch. In der Fremde hörete Gott mein Verlangen, daß ich unter so vielen Leiden doch nicht krank wurde. Auch bat ich Gott um eine Gehülfin, die ihn liebte, und die mich liebte; und er hat mir's gewährt in der Person Maria Regina, M. Johann Friedrich Schickarts, gewesenen Pfarrers in Hessigheim, jüngsten Tochter, die noch lebet, mit der ich im Jahr 1732 fopulirt worden, und die bisher mit mir in herzlicher Liebe und ungestörtem Frieden manches Leiden ertragen, auch mein Amt mir mit keinen Nergernissen schwer gemacht hat. Der Herr tröste sie mit seinem Wort nach meinem Abschied zc. Gott hat uns in unserer Ehe mit eilf Kindern gesegnet, nämlich fünf Knäblein und sechs Mägdlein: wovon zwei der letztern frühzeitig zu Mühlhausen gestor­