Nachdenken über das heil. Abendmal. 541
wandele. Du hast das Wollen gewirket, gib nun auch das Vollbringen. Stärke mich und laß mich auch selbst alle Vorsicht anwenden, daß ich der Sünde, die mir immer anklebet, standhaft widerstehen, und mit Gottesfurcht in der Heiligung fortfahren möge: damit ich im Leben und im Sterben den Trost habe, daß du mein gnädiger Gott bist, und daß ich dein Kind und ein gewisser Erbe deiner Seligkeit bin.
Ich übergebe meine Seele und ihr Heil, deiner Liebe, o Vater; deiner Gnade, o Jesu, mein Heiland; deiner Regierung, du guter Geist Gottes! Erhalte mich in deiner Gnade, und sorge dafür, daß mich nichts von deiner Liebe scheide. Amen.
Erforsche mich, Gott: und erfahre mein Herz; prüfe mich und erfahre wie ichs meine. Und siebe, ob ich auf bösem Wege bin; und leite mich auf ewigem Wege! Ps. 139, 23. 24.
Nachdenken über das heilige Abendmal. Dieser Genuß des heil. Abendmals soll mir sein:
1) Ein demüthiges und herzliches Lobopfer für die unermeßliche Gnade meines Gottes, der mir so unzählige, schändliche und strafbare Sünden vergeben; durch Jesum Christum vergeben hat. Ach was würde aus mir geworden sein; wo wollte ich Ruhe des Gewissens, Muth und Kraft zum Anfange und Fortgange in der Tugend hernehmen, wenn ich nicht das Verdienst meines Heilandes hätte!- Gott, du ewige, unermeßliche Liebe! Du hast mir so viel, so sehr viel vergeben. Schenke mir doch die Gnade, daß ich dich recht viel lieben möge! Welchen unermeßlichen Reichthum von Langmuth, herzrührender Vatertreue, Sorgfalt und Arbeit für meine Besserung, Barmherzigkeit, Wohlthätigkeit und Freundlichkeit Gottes, sehe ich da in meinem vorigen Sündenleben! Gerade das bitterste meines
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