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Geistliche Oden und Lieder / von C. F. Gellert. Mit einem dreifachen Register und dem Einmaleins
Entstehung
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Ich bin ein Mensch, darf der sich unterwinden, Gott zu ergründen?

Das Größt' in Gott ist Gnad' und Lieb' erweisen; Uns kömmt es zu, dich demuthsvoll zu preisen, Zu sehn, wie hoch, wenn Gott uns Gnad' erzeiget, Die Gnade steiget.

Laß deinen Geist mich stets, mein Heiland, lehren, Dein göttlich Kreuz im Glauben zu verehren; Daß ich, getreu in dem Beruf der Liebe, Mich christlich übe.

Das Gute thun, das Böse flieh'n und meiden, Herr! diese Pflicht lehrt mich dein heilig Leiden. Kann ich zugleich das Böse mir erlauben, Und an dich glauben?

Da du dich selbst für mich dahingegeben, Wie könnt ich noch nach meinem Willen leben? Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, Zu deiner Ehre?

Ich sollte nicht, wenn Leiden dieser Erden, Wenn Kreuz mich trifft, gelaffnen Herzens werden, Da du so viel für uns, die wir's verschuldet, Liebreich erduldet?

Für welche du dein Leben selbst gelassen, Wie könnt ich sie, sie, meine Brüder hassen? Und nicht wie du, wenn sie mich untertreten, Für sie noch beten?

Ich will nicht Haß mit gleichem Haß vergelten; Wenn man mich schilt, nicht rächend wieder schelten.