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12.
Passionslied.
Herr! stärke mich, dein Leiden zu bedenken, Mich in das Meer der Liebe zu versenken, Die dich bewog, von aller Schuld des Bösen Uns zu erlösen!
Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden, Und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, An unsrer Statt gemartert und zerschlagen, Die Sünde tragen.
Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, Mein Herz erbebt, ich seh' und ich empfinde Den Fluch der Sünde.
Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen, Gott ist die Lieb' und läßt die Welt erlösen. Dieß kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken Am Kreuz erblicken.
Es schlägt den Stolz und mein Verdienst darnieder, Es stürzt mich tief und es erhebt mich wieder: Lehrt mich mein Glück, macht mich aus Gottes Feinde Zu Gottes Freunde.
Herr! mein Heil, an dessen Blut ich glaube, Ich liege hier vor dir gebückt im Staube, Verliere mich mit danfendem Gemüthe In deine Güte.
Sie übersteigt die menschlichen Gedanken; Allein sollt' ich darum im Glauben wanken?


