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Hab ich mit allem Ernst dem Guten nachgestrebt, Hab ich vielleicht nur mir, nicht meiner Pflicht gelebt? War's in der Furcht des Herrn, daß ich ihn angefangen? Mit Dank und mit Gebet, mit eifrigem Verlangen, Als ein Geschöpf von Gott, der Tugend mich zu meihn, Und züchtig und gerecht, und Gottes Freund zu sein?
Hab ich in dem Beruf, den Gott mir angewiesen, Durch Eifer und durch Fleiß ihn, diesen Gott, gepriesen, Mir und der Welt genützt, und jeden Dienst gethan, Weil ihn der Herr gebot, nicht weil mich Menschen sah'n?
Wie hab ich diesen Tag mein eigen Herz regieret? Hat mich im Stillen oft ein Blick auf Gott gerühret? Erfreut ich mich des Herrn, der unser Flehn bemerkt? Und hab ich im Vertrau'n auf ihn mein Herz gestärkt?
Dacht ich bei dem Genuß der Güter dieser Erden An den Allmächtigen, durch den sie sind und werden? Verehrt ich ihn im Staub? Empfand ich seine Huld? Trug ich das Glück mit Dank, den Unfall mit Geduld?
Und wie genoß mein Herz des Umgangs süße Stunden? Fühlt ich der Freundschaft Glück, sprach ich, was ich empfunden? War auch mein Ernst noch sanft, mein Scherz noch unschuldsvoll? Und hab ich nichts geredt, das ich bereuen soll?
Hab ich die Meinigen durch Sorgfalt mir verpflichtet, Sie durch mein Beispiel still zum Guten unterrichtet? War zu des Mitleids Pflicht mein Herz nicht zu bequem? Ein Glück, das Andre traf, war dieß mir angenehm?


