Druckschrift 
Anhang zum Allgemeinen Evangelischen Gesangbuch für das Großherzogthum Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

20

Anhang.

gerathen, wenn ich aus eig­ner Wahl nichts thu. Ein Andrer sinn auf große Tha­ten. Mein Geist erblicket eine Ruh, worin er leidend das vollführet, was von des Geistes Trieben rüh­ret, und das heißt recht in Gott gethan. O mischte sich doch in mein Lieben nichts mehr von meinen eignen Trieben, so fing ich) recht zu lieben an.

5. Getreuter Jesu, soll ich hoffen, daß meine Liebe treuer werd? Ach ja, dein Herze steht noch offen dem, welcher ernstlich Hülf be­gehrt. Ich flieh zum Reich­thum deiner Güte, durch­leucht mein finsteres Ge­müthe, daß ich, was du nicht selber bist, erkenn und haß und dämpf und tödte; so schau ich nach der Mor­genröthe, wie hell die Sonne felber ist.

Mel. Was Gott thut, das ist

740Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; bir bleibt mein Herz erge­ben; du kennst dieß Herz, das redlich spricht: nur Ei­nem will ich leben. Du, du allein, du sollst es sein: du sollst mein Trost auf Erden, mein Glück im Himmel werden.

2. Dich, Jesum, laß ich

ewig nicht; ich halte dich im Glauben! Nichts kann mir meine Zuversicht und deine Gnade rauben. Der Glaubensbund hat festen Grund die deiner sich nicht schämen, die kann dir Nie­mand nehmen.

3. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; aus göttlichem Erbarmen gingst du für Sünder ins Gericht und büßtest für mich Armen: aus Dankbarkeit will ich allzeit um deines Leidens willen die Pflicht der Treu erfüllen.

4. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; du stärkest mich von oben. Auf dich steht meine Zuversicht, meine Feinde toben. Ich flieh zu dir; du eilst zu mir; wenn mich die Feinde hassen, wirst du mich nicht verlassen.

5. Dich, Jesum, laß ich ewig nicht; das Kreuz soll uns nicht scheiden. Es blei­

bet jedes Gliedes Pflicht, mit seinem Haupt zu lei­den. Doch all mein Leid währt furze Zeit; bald ist es überstanden, und Ruh ist dann vorhanden.

6. Dich, Jesum, loß ich ewig nicht; nie soll mein Glaube wanken; und wann des Leibes Hütte bricht, sterb ich mit dem Gedan

fen;