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Geistlicher Rathgeber : ein Erbauungsbüchlein für Kranke und Sterbende / von K. W. Wiedenfeld. Hrsg. von dem christlichen Vereine im nördlichen Deutschland
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Vom Verhalten in Krankheiten überhaupt.

mit brünstigem Verlangen, Schreien und Seufzen an dieselbe. Bleibe daran hangen, und laß nicht ab, Gott herzlich anzufleheit, daß er dir aus lauter Barmherzigkeit Frist und Kraft verleihen wolle, dich rechtschaffen zu bekehren. Hast du aber vorhin den Allmächtigen vorsäßlich gefränkt, und behältst noch eine Belialstücke in deinem Herzen, so wirst du wohl erfahren, wen du gespottet haft oder noch spottest ( Ezech. 33, 19. Jef. 41, 3. Gal. 6, 7.).

11. Wenn es dir hingegen ein rechter Ernst ist, der Sünde abzusterben und der Gerechtigkeit zu leben, so wird dir deine Krankheit dazu gesegnet und förderlich sein. Ja, es wird dir alles, auch das Schwerste zum Besten dienen, wenn du nur Gott über alles suchen und lieben willst( Ebr. 12, 11. Röm. 8, 28.).

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12. Denke an die vorigen Tage, wie du sie zugebracht haft. Erinnere dich, womit du dich an deinem Schöpfer versündigt haft, und woher der Geist der Krankheit, ob durch irdische Lust, Geiz, Stolz, Zorn oder Neid, Macht über dich bekommen? ( Sir. 38, 15. Ps. 38, 3. Luf. 13, 11. 3 Moſ. 26, 14. ff. Pf. 107, 17. f.).

13. Laß eine recht göttliche Traurigkeit in dein Herz kommen. Sei nicht leichtsinnig, scherze nicht mit deinem ewigen Wohl und Wehe, sondern be­weine und beklage mehr dein geistliches Elend als