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Hannoversches Kirchen-Gesangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln : auf Seiner Kgl. Majestät Allergnädigsten Befehl hrsg.
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Die Geschichte von dem

beißet Hochpflaſter, auf hebräiſch aber Gabbatha. Es war aber der rüsttag in ostern, um die sechste stunde. Und er spricht zu den juden: Sehet, das ist euer könig. Sie schrieen aber: Weg, weg mit dem, kreuzige ibn. Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren fönig freuzigen? Die hohenpriester antwor= teten: Wir haben kemen könig, denn den faiser. Da überantwortete er ihn, daß er gefreuziget würde.

Vierte Abtheilung. Die Kreuzigung und der Tod JEsu.

a nahmen die friegsknechte JE­

zogen ihm den mantel aus und zogen ihm seine eigenen kleider an und füh­reten ihn hin, daß sie ihn freuzigten; und er trug sein freuz. Und indem sie hinaus gingen, funden sie einen men­schen, der vorüber ging, ben Cyrene, mit namen Simon, der vom felde kam, der ein bater Alexandri und Ruffi war, den zwangen sie und legten das freuz auf ihn, daß ers JEsu nachtrüge.

Es folgete ihm aber nach ein großer haufe volks und weiber, die flageten und beweinten ihn. JEsus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure finder. Denn fiche, es wird die zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig find die unfruchtbaren, und die leiber, die nicht geboren haben, und die brüste, die nicht gesäuget haben. Dann wer­den sie anfahen zu sagen zu den ber­gen: Fallet über uns! und zu den hü­geln: Decket uns! denn so man das thut am grünen holz, was will am dürren werden?

Es wurden aber auch hingeführet zween andere übelthäter, daß sie mit ihm abgethan würden. Und sie brach­ten ihn an die stätte, die da heißt auf ebräisch Golgatha, das ist verdeu­schet, Schädelstätte, und sie gaben ihm myrrhen in wein zu trinken und da ere schmedte, wollte ers nicht trinken.

Leiden und st

Sterven

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Und fie freuzigten ihn daselbst und die zween übelthäter mit ihm, einen zur rechten und einen zur linken, JE­sum aber mitten inne. Da ward die schrift erfüllet, die da saget: Er ist un­ter die übelthäter gerechnet. JEsus aber sprach: Bater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun.

Pilatus aber schrieb eine überschrift und setzte sie auf das freuz, oben zu feinem haupt, als die ursache seines todes. Es war aber geschrieben: JE= sus bon Nazareth, der juden fönig. Diese überschrift lafen biele juden, denn die stätte war nahe bei der stadt,

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geschrieben auf ebräische, griechische und lateinische sprache. Da sprachen die hohenpriester der juden zu Pi­lato: Schreib nicht: der juden könig, sondern daß er gesagt habe: Ich bin der juden könig. Pilatus antwor tete: Was ich geschrieber habe, das habe ich geschrieben.

Und die friegsfnechte, da sie JE­sum gefreuziget hatten, nahmen ſeine Fleider und machten vier theile, einem jeglichen friegsfnechte ein theil, dazu auch den rod. Der rock aber war un­genähet, von oben an gewirket, durch und durch. Da sprachen sie unter ein­ander: Laßt uns den nicht zertheilen, sondern darum losen, weß er sein soll. Aufdaß erfüllet würde die schrift, die da saget: Sie haben meine kleider un­ter sich getheilet und haben über meis nen rod das loos geworfen. Solches thaten die friegsfnechte. Und sie saßen allda und hüteten sein. Es war aber um die dritte stunde, da sie ihn freuzigten.

Und das volk stund und sahe zu. Die aber vorüber gingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Föpfe und sprachen: Pfui dich, wie sein zerbrichst du den tempel und baueft ihn in dreien ta­gen; hilf dir selber! Bist du GOttes sohn, so steige herab vom freuz. Des= gleichen auch die hohenpriester ver= spotten ihn unter einander mit den schriftgelehrten und ältesten, sammt dem volke und sprachen: Er hat an­