Druckschrift 
Hannoversches Kirchen-Gesangbuch, nebst einem Anhange, Gebetbuche und den Episteln : auf Seiner Kgl. Majestät Allergnädigsten Befehl hrsg.
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nebst den festlichen Vorlesungen.

77

in alle gegend um den Zerdan und pre-| fen. In desselben hand ist die wurf­digte die taufe der buße, zur vergebung der sünde. Wie geschrieben stehet in dem buch der rede Jesaias, des pro­pheten, der da sagt: Es ist eine stimme eines predigers in der wüste: Bereitet den weg des HErrn und machet seine steige richtig. Alle thale sollen voll werden und alle berge und hügel sollen erniedrigt werden, und was krumm ist, soll richtig werden und was uneben ist, soll schlechter weg werden. Und alles fleisch wird den heiland GOttes sehen. Da sprach er zu dem volke, das hinaus ging, daß es sich von ihm tau­fen ließe: Ihr otterngezüchte, wer hat denn euch geweiset, daß ihr dem zu fünftigen zorn entrinnen werdet? Se­het zu, thut rechtschaffene früchte der buße und nehmet euch nicht vor, zu sa­gen: Wir haben Abraham zum bater, denn ich sage euch: GOtt kann dem Abraham aus diesen steinen kinder erwecken. Es ist schon die art den bäu­

schaufel und er wird seine tenne fegen und wird den weizen in seine scheure faminlen und die spreu wird er mit ewigem feuer verbrennen. Und viel anders mehr vermahnete und verfün­digte er dem volke. Herodes aber, der vierfürst, da er von ihm gestrafet ward, um Herodias willen, seines bruders weib und um alles übels willen, das Herodes that, über das alles legte er Johannem gefangen. Und es begab sich, da sich alles volk taufen ließ und JEsus auch getaufet war und betete, daß sich der himmel aufthat und der heilige geist fuhr hernieder in leiblicher gestalt auf ihn, wie eine taube, und eine stimme fam aus dem himmel, die sprach: Du bist mein lieber sohn, an dem ich wohlgefallen habe.

baum nicht gute früchte bringet, wird abgehauen und in das feuer gewor= fen. Und das volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn thun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zween röcke hat, der gebe dem, der keinen hat, und wer speise hat, der thue auch also. Es kamen auch die zöll­ner, daß sie sich taufen ließen und spra­chen zu ihm: Meister, was sollen denn wir thun? Er sprach zu ihnen: For= dert nicht mehr, denn gesetet ist. Da fragten ihn auch die kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir thun? Und er sprach zu ihnen: Thut niemand gewalt noch unrecht und lasset euch begnügen an eurem solde. Als aber das volk im wahn war und dachten alle in ihrem herzen von Johanne, ob er vielleicht Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit wasser, es kommt aber ein stärkerer nach mir, dem ich nicht genugsam bin, daß ich die riemen sei­ner schuhe auflöse, der wird euch mit dem heiligen geiste und mit feuer tau­

Nachm. Jes. Cap. 40. Also nebst der vorstehenden Festepistel v. 1 bis 8 auch das folgende v. 9 bis 31.

ion, du predigerin, steige auf ei­nen hohen berg, Jerusalem, du predigerin, hebe deine stimme auf mit macht, hebe auf und fürchte dich nicht, sage den städten Juda: Siehe, da ist euer GOtt. Denn siehe, der HErr HErr kommt gewaltiglich und sein arm wird herrschen. Siehe, sein lohn ist bei ihm und seine vergeltung ist vor ihm. Er wird seine heerde weiden, wie ein hirte, er wird die lämmer in seine arme sammlen und in seinem busen tragen und die schafmütter füh= ren. Wer misset die wasser mit der faust und fasset den himmel mit der spanne und begreifet die erde mit einem dreiling und wieget die berge mit einem gewicht und die hügel mit einer waage? Wer unterrichtet den geist des HErrn und welcher rathgeber unter­weiset ihn? Wen fraget er um rath, der ihm verstand gebe und lehre ihn den weg des rechts und lehre ihn die erkenntniß und unterweise ihn den weg des verstandes? Siehe, die heiden sind geachtet wie ein tropfen, so im eimer bleibet, und wie ein scherflein, so in der