Druckschrift 
Johann Friedrich Stark's Ev. Predigers zu Frankfurt am Main, Communion-Buch [Kommunion-Buch], oder die andächtige Seele in der Beicht und bei dem heiligen Abendmahl, sammt zwölf Regeln einer feinen äußerlichen Zucht, wie man sich zu des Herrn Tisch nahen soll
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zwölf Regeln

Freudigkeit, Trost, Vergnügen, ein Verlangen zu sterben, eine Himmelsfreude, so nehme man die­sen Vorschmack des Himmels mit Demuth an. Bleibet das Gemüth betrübt, und meinet man, man sei nicht würdig, wie es sein sollte, so ver­sichere man sich dabei der göttlichen Gnade, daß GOtt dieses Maß der Andacht und Freudigkeit nicht gleich austheile. Genug ist es, daß man es redlich und aufrichtig mit GOtt und seines Le­bens Besserung meinet.mden onnit

11. Ist der Gottesdienst vollbracht, und der Segen des HErrn gesprochen, so danke man GOtt nochmals herzlich für die empfangene Gnade. Man eile nach Haus, hüte sich unterwegs vor unnützem Geschwätz, und lobe zu Haus auf sei­nen Knien GOtt, der sich der Seelen so herzlich angenommen, daß sie nicht verdürbe, und bringe die übrigen Stunden des Tages mit Singen, Lo­ben und Danken hin, und sehe diesen Tag als seinen Hochzeit- und Versöhnungstag an. i

12. Weil mun viele Seelen gern wissen wol­len, ob sie auch würdig zum heiligen Abendmahl gegangen seien, so können sie solches leicht bei sich selbst abnehmen. Gehet man des Montags, Dienstags und an den folgenden Tagen wieder zu seinen Spiel-, Welt- und Sünden- Gesellschaf­ten, flucht, sauft, zankt wiederum, und treibt seine vorigen Sünden, so ist man unwürdig, zum Schein, und aus Gewohnheit hingegangen, Christus ist von der Seele wieder gewichen, und der Mensch ist nach wie vor unter GOttes Zorn, Fluch und Ver­dammniß, er hat GOtt mehr erzürnet als erfreuet, und sich mehr Schaden als Nutzen geschafft.

16